Welpen werden ohne Zähne geboren. Ab der dritten Woche brechen dann die ersten Milchzähne durch, dieser Prozess, bis alle dieser ersten Zähne da sind (wie bei einem Baby sprechen wir hier von Milchzähnen), kann bis zur sechsten Lebenswoche dauern. Siehe auch Milchzähne Hund. Wie bei uns Menschen kommen Hunde (und auch Katzen) demnach zahnlos zur Welt und es kommt zunächst zur ersten Zahnung (Denitition) und später eben zum Zahnwechsel.

Das Milchgebiss ist aber nicht für das gesamte Hundeleben ausgelegt, auch fehlen diesem ersten Gebiss einige Zähne (große Backenzähne bzw. Molaren, Prämolaren). Und so kommt auch es irgendwann auch zum Zahnwechsel beim Hund, die spitzen, kleinen Milchzähne weichen den bleibenden Zähnen. Viele Hundehalter sehnen sich irgendwann danach, dass die bleibenden Zähne da sind, denn der Zahnwechsel kann dem Welpen stark zu schaffen machen und um sich Linderung zu verschaffen kaut dieser auf allem möglichen herum, gerne auch an den Lieblingsschuhen von Herrchen oder Frauchen, Holzgegenstände (gerne auch Möbel) oder Umwege direkt am Zweibeiner.

Milchgebiss beim HundEntwicklung Zähne beim Hund

  • Hund bei Geburt: keine Zähne.
  • Welpe 3. bis 6. Lebenswoche: Durchbrechen der Milchzähne (insgesamt 28).
  • 4. bis 7. Lebensmonat: Zahnwechsel.

Ebenfalls interessant: Welpenentwicklung (Sozialisierung, was kann der kleine Hund wann).

Zahnwechsel beim Hund ist kompliziert und komplex

Der Zahnwechsel beim Hund ist fast ein kleines Wunder, das häufig auch fast unbemerkt von statten geht. Da hat der Welpe gerade seine Milchzähne, dann beginnt fast unbemerkt der Zahnwechsel. Nur sehr selten wird man einen ausgefallenen Milchzahn finden, zu klein sind diese ersten Beißerchen, die dann – wegen der Resorption – auch ohne Wurzel ausfallen.

Resorption der Milchzähne beim Hund

Persistierende Milchzaehne Hund - besser zum Zahnarzt.
Zahnarzt hilft bei persistierenden Milchzähnen beim Hund.

Wenn beim Welpen die Milchzähne zu sehen sind, dann haben diese nicht nur vollständig ausgebildete Zahnwurzeln, die diese kleinen Zähne sicher im Gebiss verankern, darunter finden sich etwas, was Zahnkeim genannt wird und bald den bleibenden Zahn bilden wird. Dieser Zahnkeim beginnt dann zu wachsen. Das führt dazu, dass Druck auf die Wurzelspitze des Milchzahns ausgeübt wird. Damit wird das Ende von diesem ersten Zahn eingeleitet, denn in der Folge stirbt diese Wurzel dann ab (Drucknekrose), es findet eine Resorption statt. Wenn diese Resorption (Auflösung und Aufnahme) beendet ist, fällt der sichtbare Zahnrest aus. Es wird Platz für den zweiten, bleibenden Zahn gemacht.

Das was ausfällt, ist aber meist nur sehr klein, so dass man Glück haben muss, einen Milchzahn zu finden.

Zahnwechsel Hund Reihenfolge

Der Zahnwechsel beim Hund hat auch eine Reihenfolge. Diese Reihenfolge unterscheidet sich etwas davon, wie die Milchzähne gekommen sind. Waren es bei den Milchzähnen noch die Fangzähne, die zuerst durchbrachen, beginnt nun der Wechsel meist mit den Schneidezähnen. Abgeschlossen ist der Zahnwechsel dann mit der Herausbildung de Letzten der hinteren Backenzähne, dem M3, der im 6. bis 7. Monat zu sehen sein sollte.

Beim Welpen geht es also mit den Fangzähnen in der dritten Woche los. Beim Junghund kommen dann im 3. Monat die Schneidezähne heraus.

Überblick Zahnwechsel Hund Reihenfolge

Milchgebiss Bleibendes Hundegebiss
Zahntyp Zahnname Kommt wann? Zahnname Wechselzeit
Schneidezähne
(Insisivi)
i1, i2, i3 4.-6. Woche I1, I2, I3 3. – 5. Monat
Fangzähne
(Canini)
c1 3.-5. Woche C1 5.-7. Monat
Vordere Backenzähne
(Prämolare)
p2, p3, p4 5.-6. Woche p1, p2
p3, p4
4.-5. Monat
5.-6. Monat
Hintere Backenzähne
(Molare)
fehlen fehlen M1
M2
M3
4.-5. Monat
5.-6. Monat
6.-7. Monat

Wann ist der Zahnwechsel beim Hund beendet?

Der Zahnwechsel beim Hund findet zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat statt. Wann genau dieser abgeschlossen ist, ist unterschiedlich und hängt auch von der Hunderasse ab. Bei großen Hunderassen ist es meist so, dass der Zahnwechsel schneller abgeschlossen wird, Hunde kleiner Rassen haben meist länger damit zu tun, bis endlich alle 42 bleibenden Zähne da sind.

Meist ist es der M3, der als letztes zu sehen ist, beim M3 handelt es sich um den letzten der drei hinteren Backenzähne (Molare). Diese brechen meist zwischen dem sechsten und siebten Monat heraus. Allerdings kann es auch bis zum 7. Monat dauern, bis die Fangzähne getauscht sind.

Zahnwechsel Hund Verhalten

Meist bekommt man als Hundebesitzer vom Zahnwechsel kaum etwas mit. Nur in sehr seltenen Fällen findet man auch einen Milchzahn, meist stellt man einfach fest, dass der Hund größere Zähne hat und da wohl der Wechsel gerade im Gange ist, oder bereits abgeschlossen. Auch wenn der Zahnwechsel problemlos durch geht, sollte man in dieser Zeit auch einen Zahnarzt einen Blick auf die Entwicklung im Hundegebiss werfen lassen, denn einige Probleme in dieser Zeit sind so unauffällig, das nur ein geschultes Auge diese erahnen kann.

Probleme beim Zahnwechsel Hund

Eins der häufigsten Probleme beim Wechsel von Milchzähnen zu bleibenden Zähnen sind die persistierenden Milchzähne, die die einfach nicht weichen wollen. Dann kann es auch zum Doppelzahn kommen. Wenn beim Hund die Milchzähne nicht oder zumindest nicht alle ausfallen wollen, kann dies ganz unproblematisch sein (persistierende Milchcanini). Ebenso kann der Hund aber auch Schmerzen haben und deswegen eine Operation im Gebiss notwendig werden. Da auch Milchzähne beim Hund Wurzeln haben, ist es ohne Narkose kaum möglich, solche festsitzenden Zähne restlos zu beseitigen.

Symptome für Probleme beim Zahnwechsel

Dennoch gibt es auch einige Symptome, die auch ohne persistierende Milchzähne darauf hindeuten können, dass der Hund gerade etwas Probleme mit den neuen Zähnen bekommt:

  • Fieber oder erhöhte Temperatur.
  • Zahnschmerzen
  • Bauchweh (weil zum Beispiel etwas nur noch geschlungen wird).
  • Der Hund wird zum schlechten Fresser. Gewichtsabnahme.
  • Er verweigert harte Kekse oder Trockenfutter.
  • Durchfall.
  • Lustlos. Unruhe. Quengelei. Schlaflosigkeit.

Züchter informieren

Sollten bei einem Rassehund Probleme beim Zahnwechsel auftreten, die über das normale Maß hinaus gehen und zwar so sehr, dass man von einer Zahnwechselstörung sprechen kann, dann sollte der Züchter informiert werden, denn persistierende Milchzähne sind zum Beispiel durchaus erblich bedingt.

Hund Zahnwechsel erleichtern

Hier einige Möglichkeiten, dem Hund, den Zahnwechsel zu erleichtern. Hat der Hund allerdings überhaupt keine Lust zu kauen, dann helfen Kauartikel, auch gekühlte nicht. In diesem Fall sollte man dem Hund genau beobachten, solange er genug trinkt, macht ein FDH Tag auch erst einmal nichts aus. Hält die Phase länger an, sollte unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden, um sicher zu stellen, dass keine schlimmeren Zahnwechsel-Probleme (wie nicht herausfallende Milchzähne) aufgetreten sind oder doch ein ganz anderes Problem vorliegt.

  • Kauartikel zur Verfügung stellen, das können Kaustangen oder Rinderohren sein, aber auch Knochen aus Kunststoff oder ein Kauseil. In dieser Zeit aber besser nur unter Aufsicht kauen lassen, zumindest wenn der Hund etwas abbeißen kann.
  • Manche Hunde mögen und genießen auch eine Massage des Zahnfleisches mit den Fingern.
  • Wenn Trockenfutter verweigert wird, dieses einweichen oder besser gleichauf Dosenfutter wechseln.
  • Wenn der Hund es vom Magen verträgt, kann man das Dosenfutter auch gekühlt anbieten.
  • Man kann natürlich auch einen Waschlappen nass machen und im Kühlschrank kühlen und dann zum Kauen anbieten. Es gibt aber Hunde, die Kaltes gar nicht vertragen.
  • Es gibt auch Spielzeug zum Kühlen für Hunde (Cool Toy).

Die Weidenrinde enthält Substanzen, die dem Arzneistoff Acetylsalicylsäure (ASS, ein weit verbreiteter schmerzstillender, entzündungshemmender, fiebersenkender und thrombozytenaggregationshemmender (TAH) Arzneistoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR)). Daher wird die Weide als Heilpflanze eingesetzt. Dem Hund können frische Weidenzweige ebenfalls helfen, da diese sowohl schmerzstillend als auch entzündungshemmend wirken. Dafür muss der Hund aber noch Lust zum Kauen haben. Heilpflanze Weide.

Aus der Homöopathie-Ecke kommen Osanit Zahnungskügelchen, die eigentlich für zahnende Babys gedacht sind. Für mich käme Osanit nun nicht in Frage, wer aber schon gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Globuli gemacht hat, kann dies auch versuchen (vorausgesetzt, der Hund mag noch was fressen). Dosiert werden sollte das Osanit sehr vorsichtig, eher nur die Hälfte von dem geben, was ein Baby bekommen würde. Wie vorsichtig hängt sicherlich auch vom Gewicht des zahnenden Welpen ab, ein Schäferhundwelpe hat sicherlich eine höhere Toleranz als ein Zwergpudelwelpen. Im Zweifelsfall bitte Rücksprache mit dem Tierarzt halten.

Überhaupt kann man mal schauen, was es für Tipps für zahnende Babys gibt. Denn das was ein Baby nervt, dass das Zahnfleisch spannt, ständig Bewegung im Mund zu spüren ist, ist auch das, was den Hund dazu verleitet, alles Mögliche anzukauen. Man sollte allerdings keine Babyartikel für Hundewelpen verwenden, gerade Gel gefüllte Beißringe könnten zu einer Gesundheitsgefahr für die Vierbeiner werden. Veilchenwurzeln verschluckt werden.

Ganz wichtig während des Zahnwechsels: Keine Zerrspiele oder Reißspiele mit dem Hund durchführen. Das gilt auch für die Verwendung von Kauseilen. Ja, die Zähne fallen dann sicherlich früher aus. Aber alles hat seine Zeit und zu früh ist nicht Besser. Wer die Befürchtung hat, dass der Zahnwechsel zu lange dauert, sollte eher den Tierarzt aufsuchen.

Persistierende Milchzähne

Nicht immer läuft ein Zahnwechsel beim Hund völlig problemlos ob. Ein Problem können die sogenannten persistierenden Milchzähne sein, das sind die ersten Zähne, die nicht weichen wollen, wenn die zweiten Zähne durchbrechen bzw. durchbrechen möchten. Siehe dazu aber persistierende Milchzähne.

Zahnwechsel Hund. Zur Kontrolle auch zum Tierarzt gehen.
Zahnwechsel Hund. Zur Kontrolle auch zum Tierarzt gehen.

Nicht nur beim Verdacht auf Probleme beim Zahnwechsel, sollte man in der Zeit auch mit dem Hund zum Tierarzt gehen, damit dieser einen Blick auf das Hundegebiss werfen kann, um sich zu überzeugen, dass alles so gesund abläuft, wie es sollte.

Warum beim Zahnwechsel so selten Milchzähne zu finden sind

Beim Menschenkind ist das mit dem Zahnwechsel meist eine teure Angelegenheit, spätestens, wenn die Zahnfee ins Spiel kommt. Beim Hund hingegen hat die Zahnfee wenig zu tun, denn meist finden wir kaum Milchzähne. Das liegt daran, dass diese unbemerkt ausfallen oder einfach in irgendeinem Kauartikel stecken bleiben und damit untergehen. Sehr oft werden die kleinen Milchzähne auch verschluckt.

Zahnprobleme im Hundeleben

Gar nicht so selten ist es, dass der Eckzahn abgebrochen ist. das kann durchaus auch beim Spielen passieren. Oder dieser Eckzahn wird nur verletzt. Auch wenn es sich nur um einen Milch-Eckzahn handelt sollte der Hund baldmöglichst zu einem Tierarzt gebracht werden. Denn durch das Fehlen der Zahnspitze liegt meist der Wurzelkanal frei und über diesen können Keime eindringen. Gerade wenn der Hund noch im Zahnwechsel ist oder davor, können diese Keime andere Zähne, zum Beispiel auch den darunter liegenden, sich noch entwickelten Eckzahn, schädigen.

Zu den größten Zahnproblemen bei den meisten Hunden gehört aber sicherlich Zahnstein. Vor dem Zahnwechsel sind die Milchzähne strahlend weiß und spitz, nach dem Wechsel verfärben sich die Zähne oftmals und es bildet sich eben Plaque und damit auch Zahnstein. Dieser sollte bekämpft werden, denn Zahnstein hat große negative Auswirkungen auf die Zahngesundheit des Vierbeiners. Wer Zahnstein vorbeugen möchte, sollte seinem Hund, spätestens nach dem Zahnwechsel, regelmäßig die Zähne putzen.

Überhaupt sollte man Zahnprobleme beim Hund spätestens wenn die bleibenden Zähne da sind, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Zum einen können Hunde diese Schmerzen kaum anzeigen, wir sind beim Erkennen einer solchen Problematik auf andere Symptome angewiesen (Mundgeruch, Appetitlosigkeit, Lethargie, Berührungsempfindlich, dicke Backen, aber auch Erbrechen, Durchfall, auf lange Sicht sicherlich auch Gewichtsverlust). Es gibt Hunde, die lernen mit den Schmerzen zu leben und leiden jahrelang unter chronischen Zahnschmerzen. Hat man einen Verdacht, sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, der vielleicht in der Lage ist, eine genaue Diagnose zu stellen.

Zahnwechsel Hund siehe auch und zum Weiterlesen: