Welpenentwicklung - vom hilflosen Welpen zum Weltentdecker.
Welpenentwicklung – vom hilflosen Welpen zum Weltentdecker.

Bis aus dem neugeborenem Babyhund ein ausgewachsener Hund wird, das dauert einige Monate. In dieser Zeit durchläuft der Welpe bestimmte Entwicklungsphasen. Am einfachsten und unkompliziertesten sind meist die ersten beiden Phasen in den ersten drei Wochen, denn hier ist eine der Hauptbeschäftigungen des Hundebabys eben noch das Schlafen (und säugen). Aber schon zum Ende der ersten Phase, der neonatalen Phase (auch vegetative Phase genannt) wird es in der Wurfkiste meist schon etwas unruhiger.

Welpenentwicklung Grafik

Wie gut die Entwicklung beim Welpen läuft, kann man auch schön an seinen Aktivitäten sehen. War der Welpe in den ersten Tagen ausschließlich nur am Schlafen und Milch trinken interessiert, dauert es nicht lange, bis er zunächst unsicher auf kurzen Beinchen und tapsigen Pfoten die Welt erkundet. Und dabei bleibt es nicht lange, sehr schnell wird zum Erkunden auch der, anfangs noch scheinbar zahnlose, Mund genommen. War am Anfang nur ein Fiepsen und Gurren aus der Wurfkiste zu hören, dauert es nicht so lange, bis Geräusche zu hören sind, die dann doch mehr einem Bellen ähneln.

Wer Hunde nicht selber züchtet oder von seiner Hündin mit einer Schwangerschaft überrascht wird, wird meist von den ersten acht bis zwölf Wochen der Welpenentwicklung nicht so viel mitbekommen.

Erfahrungen und Erlebnisse gehören zur Welpenentwicklung dazu

Auch wenn man dem kleinen Wesen gerne so viel Schutz wie möglich zukommen lassen wollte, gerade in der Sozialisationsphase ist es wichtig, die Welpenentwicklung durch verschiedene Erfahrungen zu unterstützen. Denn die Erfahrungen und auch Erlebnisse, die die Welpen (oder der Welpen, manchmal liegt ja nur einmal Nachwuchs in der Wurfkiste) nun in dieser Zeit machen, prägen ihr zukünftiges Leben. Ein Hund, der diese wichtige Zeit ohne Anregungen und auch Zuwendung von Menschen abgeschieden in einem Zwinger verbringen muss, wird diesen Rückstand wohl nur noch schwer aufholen können und sehr wahrscheinlich später auch verhaltensauffällig sein.

Entwicklung beim Welpen in verschiedenen Phasen

Milchgebiss beim HundDie Entwicklung beim Welpen durchläuft einige Phasen. Nicht immer können sie klar abgegrenzt werden, die Übergänge häufig fließend. Und manchmal verpasst man auch einige Dinge einfach, eben noch schob sich der Welpe über seinen Bauch durch die Welpenkiste und auf einmal steht er, wenn auch wacklig auf seinen eigenen kurzen Beinchen, nur um sich dann verdutzt auf den Hintern zu setzen. Auch das Sitzen muss ein Welpe erst einmal üben und lernen. Auf einmal fängt er das Knabbern an, noch nimmt man es nicht ernst, da ohne Zähnchen und dann auf einmal, sind die ersten spitzen Milchzähne beim Hund da und man muss sich Gedanken über Kabel machen. Das Milchgebiss ist übrigens mit etwa acht Wochen vollständig.

Egal ob kleiner Hund oder großer Hund, jeder Welpe durchläuft in den ersten Lebensmonaten verschiedene Entwicklungsphasen, die wir als Welpenentwicklung kennen.

Welpenentwicklung – die verschiedenen Phasen

Vom Welpen zum Junghund – die verschiedenen Phasen in derer Entwicklung eines Welpen.

Geburt – Ein Ereignis

Geboren werden Hunde mit geschlossenen Augen, sie hören nichts, sie riechen kaum etwas. Wobei der Geruchssinn sich besonders schnell entwickeln wird. Wobei die Geburt an sich keine Phase ist, sie ist der Startschuss zur neonatalen Phase und zur gesamten Welpenentwicklung.

Neonatale Phase bzw. vegetative Phase

1. und 2. Woche

Nach der Geburt beginnt die neonatale Phase (auch als vegetative Phase bekannt). Der Welpe ist in dieser Zeit vollständig auf seine Mutter angewiesen und diese übernimmt auch die komplette Versorgung ihrer Welpen: Sie säugt sie, putzt sie und regt mit vorsichtiger Massage der Bäuche mit Hilfe ihrer Zunge auch ihre Verdauung an, damit die Welpen Kot und Urin absetzen.
Der Welpe kann zwar kriechen und findet mit Hilfe von Kopf wackeln, dem sog. Suchpendeln, auch die Zitzen der Mutter. Dabei hilft ihn auch ein Geruch, der von der Mutter ausgeht und den er noch aus seiner Zeit im Mutterleib kennt.

Selbst seine eigene Körperwärme kann der Welpe in der neonatalen Phase noch nicht selbst regulieren, daher bleibt er in der Nähe von Mutter und Wurfgeschwistern in der sicheren Wurfkiste. Der Welpe handelt in dieser Zeit auch nicht wirklich, das Verhalten wird von Reflexen bestimmten und diese dienen nun mal der Deckung des Bedarfs und dieser besteht in ausreichend Milch trinken und genügend Schlaf.

Zum Ende dieser vegetativen Phase wird man aber schon etwas mehr Bewegung in der Wurfkiste mitbekommen. Die Welpen liegen nicht mehr nur beieinander, sie krabbeln auch mal hierhin und dahin.

Wie findet der Welpe in dieser Zeit die Mutterhündin?

Das Einzige, was ein Welpe in dieser Phase bereits ganz gut kann, ist riechen. Da an der Gesäugeleiste der Mutterhündin ein Pheromon gebildet wird, dass der Welpe aus seiner Zeit vor der Geburt kennt, da es auch im Fruchtwasser war, ist der Welpe in der Lage die Zitzen zu finden. Er muss nur dem Geruch folgen, den er schon kennt. Aber man kann, gerade bei Würfen mit vielen Welpen, durchaus beobachten, dass auch die Mutterhündin beim Finden hilft.

Wie lange dauert die neonatale Phase?

Die neonatale Phase dauert ca. zwei Wochen. Der Übergang zur nächsten Phase ist fast fließend, denn zum Ende der zweiten Woche werden Welpen aktiver. Sie wollen auch mal raus aus ihrer Kiste, sie fangen das spielen an, sie schlafen nicht nur. Sie geben auch mehr Geräusche von sich. Als Endpunkt der neonatalen Phase beim Welpen kann man das Öffnen der Augen ansetzen. Je nach Hund und Hunderasse kann das Öffnen der Augen zwischen dem zwölften und 16. Tag geschehen.

Vegetative Phase

Die Neonatale Phase wird auch vegetative Phase genannt, da der Hundewelpe in dieser Zeit eigentlich nur Schlafen oder Nahrung aufnehmen. Mehr können sie nicht und mehr muss ein solcher Welpe in diesen ersten Tagen nach der Geburt noch nicht können.

Was kann der Welpe bereits?

Neben dem Suchpendeln (also Kopf wackeln) kann der Welpe noch kriechen. Da er noch nicht so gut die Körperwärme regulieren kann, liegt er meist bei seiner Mutter und mit den Wurfgeschwistern zusammen. Immerhin kann der Welpe auch schon Geräusche von sich geben, so ist ab und an auch ein leises winseln bis fiepen zu hören. Teilweise erinnern die Geräusche, die ein solcher Welpe von sich geben kann, auch an ein Gurren.

Was sollte man in dieser Zeit selbst tun?

Kraft tanken und sich darüber freuen, noch einmal zwei Wochen Ruhe zu haben 🙂 Wenn es keine medizinischen Gründe gibt, die Mutterhündin die Welpen nicht annimmt oder nicht genug Milch hat, sollte man Welpen und Hündin in dieser Zeit auch weitestgehend in Ruhe lassen. Außer dem täglichen Wiegen und der Kontrolle, ob beim Welpen und seiner Mutter alles in Ordnung ist, hat man selbst noch nicht viel mit dem Wurf zu tun.

Welpe beim Wiegen mit zwei Wochen.
Welpe beim Wiegen mit zwei Wochen. Die Mama folgt noch auf Schritt und Tritt.

Übergangsphase in der Welpenentwicklung

3. Woche

Ein großer Entwicklungsschritt steht an, sobald der Welpe die Augen öffnet. Wobei es von da an noch etwas dauert, bis er richtig etwas sehen kann. Die dritte Woche in der Welpenentwicklung wird als Übergangsphase bezeichnet. Von der vegetativen Phase, in der das Handeln des Welpen von Reflexen bestimmt war, geht es in die Sozialisationsphase, aber einige Tage braucht der Welpe eben noch, um seine Sinne zu koordinieren und etwas sicherer beim Rumkugeln zu werden. Und so macht der Welpe nun auch die ersten eigenen Ausflüge aus der Wurfkiste heraus. Manchmal gerne im Rückwärtsgang, gerne mit Stolperer, aber die ersten Schritte gehen nun hinaus.

Der Welpe öffnet aber nicht nur die Augen, er reagiert nun auch auf Geräusche. Er schaut Dinge, aber auch den Menschen nun an. Ebenfalls wichtig: Der Welpe kann nun seine Wärme selbst regulieren, was ihn natürlich auch etwas unabhängiger von Mutter und Wurfgeschwistern macht. Er braucht auch nicht mehr die Massage der Mutter, um Kot und Urin abzusetzen. Dennoch kümmert diese sich weiterhin um die Sauberkeit.

Welpe mit offenen Augen die Welt entdecken.
Welpe mit offenen Augen die Welt entdecken. Gerade erst am Sehen, die Augen sind erst seit drei Tagen auf. Woche drei: Übergangsphase in der Welpenentwicklung.

Nun folgt ein Entwicklungsschritt beim Welpen auf den anderen und man kommt kaum noch hinterher. Gerade konnte der Welpe nur robben, krabbeln, kriechen, nun stellt er sich immer wieder auf die Beine, wobei er dabei nicht immer stehen bleibt und gerne auch mal umfällt. Er lernt nun aber auch sitzen. Und man kann eigentlich zusehen, wie die Koordination der Bewegungen und der eigenen Muskeln immer etwas besser wird. Hat der Welpe Wurfgeschwister, dann wird natürlich ausdauernd miteinander gespielt. Schließlich trainiert das die Muskeln und die Koordination und so wird die Körperbeherrschung immer besser.

Wer etwas Erfahrung und Geduld hat, kann nun schon damit beginnen, den Welpen in Richtung Stubenreinheit zu trainieren.

Sozialisierungsphase der Hundewelpen

3. bis 12. Lebenswoche

In der Welpenentwicklung ist die Sozialisierungsphase nicht nur eine sehr wichtige Zeit, sondern auch die, in der der Mensch sich einbringen sollte. In dieser Zeit lernen Welpen sehr gut mit neuen Eindrücken und Erfahrungen umzugehen, alles was er nun erfährt, prägt sein Verhalten und auch seinen Charakter.

Auch bei Welpen gilt: Was Hänschen lernen kann, muss man Hans nicht mehr beibringen. Und so sollte man sich die Zeit nehmen, den kleinen Hundewelpen in der Sozialisierungsphase auf die Welt vorzubereiten.

Die Sozialisierungsphase beginnt bereits in der Übergangsphase. Der Welpe erkundet seine Umgebung, seine kleine Welt, spielt mit seinen Wurfgeschwistern und seiner Mutter (oder die mit ihm) und macht erste wichtige Erfahrungen. Das er Erlebnisse hat, merkt man auch, wenn man ihn beim Schlafen beobachtet, manchmal scheint er den Tag noch einmal zu durchleben.

Bei einem verantwortungsvollen Züchter kommt nun die Zeit, in der der Welpen auch nach und nach Bekanntschaften schließen wird: Mit anderen Menschen (Junge, Alte, Kinder, mit Bart, ohne Bart, Frauen, Männern, Laute und Leise) aber auch mit Geräuschen und Untergründen. Sogar an den Aufenthalt im Freien muss sich ein Welpe erst gewöhnen, schließlich ist die Luft draußen ungewohnt, andere Geräusche sind zu hören, der Wind geht und verfängt sich auch in seinem Welpenfell. Was uns so selbstverständlich anmutet, ist für den Welpen erstmal ungewohnt. Ist der Welpe bislang nur auf bestimmten Fliesen gelaufen, kann er sogar verdutzt reagieren, wenn er nun Gras oder Holz unter den Pfoten hat.

Diese sensible Phase der Welpenentwicklung lässt sich ebenfalls wieder in Phasen einteilen. So gibt es innerhalb dieser Zeit die sechste und achte Woche, in der der Welpe besonders viel lernen sollte. Spätestens in dieser Zeit sollte der Hund auch Kontakt mit Menschen bekommen, wenn möglich verschiedenen Menschen.

Immerhin kann der Welpe nun perfekt sehen, hören und riechen. Der Welpe interessiert sich eigentlich für alles, auch für Dinge, die nicht gut für ihn sind (Kabel, Tischdecken, spitze Gegenstände). Daher sollte man den Welpen gerade wenn er noch nicht so sicher auf den Beinen ist und so schnell genau beobachten, ob man beim Bemühen seine Umgebung Welpensicher zu gestalten, nicht doch etwas vergessen hat.

welpen-sozialisierungsphase-welt-erkunden
Der Welpe will die Welt erkunden – im Hintergrund die Mutterhündin. An diesem Tag kam der Welpe noch nicht aus der Kiste heraus, am nächsten hat er es geschafft. Welt entdecken gehört zur Sozialisierungsphase in der Welpenentwicklung.

Welpen testen nun auch gerne aus. Durchaus auch mit beißen. So wird alles untersucht. Und der Welpe lernt zunehmend, denn natürlich beobachtet er nicht nur, er merkt auch die Reaktionen seiner Umwelt auf sein Verhalten. Und so kann man dem Welpen mit Beginn der Sozialisationsphase nach und nach auch die ersten Regeln für soziales Verhalten beibringen.

Außerdem sollte man den Hund in dieser Zeit – gerade was Geräusche betrifft – nicht in Watte packen. Ein Staubsauger, ein Wäschetrockner und eine Waschmaschine macht Geräusche, ebenso wie eine Küchenmaschine, die der Welpe auch als Hund später noch hören wird. Wer sehr ruhig lebt, sollte überlegen, ob nicht eine Desensibilisierung CD für Hunde mit vielen verschiedenen Geräuschen eine gute Hilfe sein könnte. In dieser Zeit sollte auch das Autofahren geübt werden.

Prägephase gehört zur Sozialisationsphase dazu

Teil dieser neun Wochen, in denen der Welpe sozialisiert wird, ist auch die Prägungsphase. In dieser Zeit wird der Welpe in seinem Verhalten auf bestimmte Dinge, Personen und auch Verhaltensweisen geprägt. Wenn der Hund später den Menschen gegenüber aufgeschlossen sein soll, dann muss er in dieser Phase positive Erfahrungen mit möglichst vielen verschiedenen Menschen gemacht haben.

Zunehmend üben die Welpen jetzt auch soziale Verhaltensweisen wie Wedeln mit der Rute, Fellsträuben, Ohren anlegen, Zähne zeigen und vieles mehr. Sie üben das Verhalten. Und der Welpe lernt anhand der Reaktionen der Wurfgeschwister, der Mutter, anderer Hunde und anderer Menschen und Tiere, was diese Verhaltensweisen auslöst. Schon deswegen ist es wichtig, einen Welpen nicht zu früh von seiner Mutter zu trennen. Lebt der Welpe in einem richtigen Hunderudel, ist auch der Vater noch mit dabei, wird auch dieser zunehmend bei der Erziehung und beim Antrainieren sozialer Verhaltensweisen helfen. Oftmals ist es natürlich so, dass der eigentliche Vater nicht mehr zur Verfügung steht, gerae in der Zucht. Auch andere Rüden, die aber an Welpen gewohnt sein sollten, können diesen Job übernehmen.

Entwöhnung von der Muttermilch

4. bis 8. Woche

Bald fällt auch auf, dass die Hündin längst nicht immer mehr liegt, wenn der Welpe säugt. Manchmal steht sie und der Welpe sitzt auf dem Boden und muss sich sogar etwas lang machen. Das ist normal. Es kann auch sein, dass die Mutter dabei sitzt.

Welpen von der Muttermilch entwöhnen.
Welpen von der Muttermilch entwöhnen.

In diese Zeit fällt auch die Entwöhnung von der Muttermilch. Schrittweise begonnen wird hiermit meist zwischen der vierten und fünften Woche. Das hängt auch davon ab, wie lange die Mutter genügend Milch hat. Denn mit der Zeit produziert die Hündin weniger und wenn der Wurf größer ist, werden nicht mehr alle Welpen satt. Außerdem bekommt der Welpe ja nun auch Milchzähne. Wer mit dem kleinen Hund spielt, wird selbst bald merken, warum man ihm Beißhemmung antrainieren sollte, denn die spitzen Milchzähne können ganz schön weh tun. Und das merkt auch die Mutter. Und so reagiert sie nun auch mit Knurren auf den Welpen. Um ihn zu ernähren, kann die Mutterhündin vorverdaute Nahrung hochwürgen, um damit den Welpen zu füttern. Meist stupst der Welpe die Mutter dann an der Seite an, damit diese das tut.

Zwischen der siebten und achten Woche sind Welpen meist vollständig von der Muttermilch entwöhnt. Natürlich sollte man diese bis dahin auch an ihr Welpenfutter gewöhnt haben und mit der Beimischung begonnen.

Belohnen statt Bestrafen

In der Sozialisierungsphase wird man wohl auch mit der Erziehung des Hundewelpen beginnen. Welpen haben durchaus eine Bereitschaft zum Lernen, besonders gut geschieht das natürlich spielerisch. Am besten lernt ein Welpe zudem durch Belohnung und nicht durch bestrafen. Daher sollte man erwünschtes Verhalten (pinkeln am richtigen Platz) belohnen und nicht unerwünschtes bestrafen. Welpen lernen recht schnell den Unterschied. Dennoch macht es an einigen Punkten der Erziehung durchaus Sinn nicht mit Belohnung zu arbeiten, sondern mit der Stimme. Vor allem wenn es darum geht, dem Welpen eine Beißhemmung beizubringen. Am Anfang ist es durchaus noch süß und niedlich, wenn der Welpe auf den Fingern herumbeißt, für ihn ist es ein Test, wir spüren nur ein knabbern. Mit der Zeit nimmt seine Kraft zu und auch die Milchzähne treten in Erscheinung. Beißt der Welpe nun seine Wurfgeschwister, dann unterbrechen diese das Spiel und jaulen zudem. Genau das gleiche sollte man auch machen, um dem Welpen Beißhemmung bei den Menschenfingern anzutrainieren: Jammern oder gar quietschen und das Spiel unterbrechen. Es dauert nicht lange, und der Welpe merkt, dass er weniger stark zubeißen muss (bei seinen Wurfgeschwistern oder Mutter) und am besten garnicht bei seinem Menschen, damit weitergespielt wird.

Rangordnungsphase bzw. Rudelordnungsphase

4. bis 6. Lebensmonat

Ist die Sozialisierungsphase abgeschlossen, dann dauert es nicht lange, ehe nach einem kurzen Moment des Luft holens die Phase beginnt, in denen Welpen Bekanntschaft und Erfahrungen mit der Rangordnung bzw. der Ordnung im Rudel machen. Sie sollten in dieser Phase lernen, ihren Platz im Rudel zu finden.

In der Sozialisierungsphase hat der Welpe gelernt, in dem er freundlich zurechtgewiesen wurde, in der Rang- und Rudelordnungsphase können die Hinweise an ihn, über die Strenge zu schlagen von den anderen Rudelmitgliedern (anderen Rüden, sogar der Mutterhündin) schon deutlicher ausfallen. Ist der Welpe bei seiner Familie, wird der kleine Vierbeiner genau das gleiche tun, was er auch in einem Rudel mit seinesgleichen tun würde: Er wird seine Grenzen erkunden und daher seinen Menschen, der hoffentlich weiß, wie ein echter Rudelführer sich verhalten sollte, auf dessen Führungsqualitäten testen. Es ist also eine Zeit der Erziehung. Aber auch der Bindung (starke Bindung zum Hund aufbauen).

Ab dem vierten Lebensmonat haben Welpen meist auch ihre wichtigen Impfungen erhalten. Auch wenn sie natürlich vorher schon andere Hunde kennen gelernt haben sollten, kommt dann die Zeit, in der man sie noch regelmäßiger mit anderen Hunden zusammenbringen sollte. Die Welpenschule wäre jetzt eine gute Idee. Hier geht es vor allem darum, dass der Welpe den Umgang mit anderen Hunden am besten verschiedener Größen und Rassen erlernen soll. Unbeaufsichtigt sollte man die Welpen dabei aber nicht lassen, gerade, wenn verschiedene Größen zusammen treffen.

Pubertätsphase beim Hundewelpen

6. bis 7. Lebensmonat

Das ist die Phase, in der – gerade Herrchen kann es meist kaum erwarten – der männliche Welpe endlich sein Bein hebt (dies kann bei einigen Hunderassen aber auch deutlich später geschehen, unser Labrador war wohl wirklich schon 9 Monate alt und wir haben schon Witze darüber gemacht, dass er wohl nie das Beinchen beim Pinkeln heben wird). Bei weiblichen Welpen kommt es nun zur ersten Läufigkeit. Beides kann auch zu Konflikten mit anderen Hunden führen, die eben nun auch als Konkurrenz gesehen werden. Außerdem sind die Hunde nun in der Pubertät und benehmen sich teilweise tatsächlich wie Teenager. Man könnte glauben, sie hätten jede Erziehung vergessen und testeten nochmal alles aus. Hier ist nun liebevolle Konsequenz gefragt. Und wie beim menschlichen Teenager gilt: Kopf hoch und Durchalten, auch diese Zeit wird vorbei gehen. Irgendwann erinnert sich der Welpe auch wieder an seine gute Kinderstube und an das, was er bereits gelernt hat.

Reifungsphase beim Welpen

7. bis 12. Lebensmonat

Eigentlich ist man – bzw. der Welpe – nun aus dem Gröbsten raus, dennoch sollte man weiterhin die Welpenentwicklung fördern und den Welpen auch mit Erziehung fordern. Der Hund ist nun psychisch ausgereift. Und eigentlich ist er auch nicht mehr wirklich ein Welpe.

Hinweis zur Welpenentwicklung

Jeder Hund ist anders und gerade die Unterschiede zwischen Hunde kleiner Rassen und großer Rassen können groß sein – gerade bei der Welpenentwicklung. Die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen können sehr fließend sein. Nicht immer bekommt man bestimmte Entwicklungsschritte beim Welpen auch sofort mit.

Es gibt einige Meilensteine in der Entwicklungsphase, die klar zu definieren und zu benennen sind:

  • Geburt
  • Augen öffnen
  • Erste mal etwas wahrnehmen (sehen, hören).
  • Erste Mal richtig sitzen.
  • Erste Mal richtig stehen.
  • Erste Mal aus der Wurfkiste klettern.
  • Erste Mal selbst Wasser trinken …

Und noch viele weitere Meilensteine – ehe aus einem gerade geborenem Hundebaby ein richtiger ausgewachsener Hund wird.

Gibt es mehrere Welpen in der Wurfkiste, gibt es also Wurfgeschwister, wird man durchaus auch merken, dass es eben Welpen gibt, die durchaus mehr Zeit brauchen, um bestimmte Entwicklungsschritte zu machen. Es gibt aber nicht nur den typischen Spätzünder, sondern oftmals auch das genaue Gegenteil, den Welpen, der seinen Wurfgeschwistern immer eine Nase voraus zu sein scheint.

 

Siehe auch: Milchzähne Welpe und Zahnwechsel Hund.