Scheidung und Trennung – wer bekommt den Hund? – Scheidungshunde

In Deutschland werden weniger Scheidungen vollzogen, Ehen halten länger, aber auch wenn es im Jahr 2016 nur noch 162.397 geschiedene Ehen waren und diese Zahl so niedrig lag wie seit 1993 nicht mehr, sind doch oft genug nicht nur das Paar betroffen, sondern auch Kinder und eben auch Haustiere. Und das gilt natürlich nicht nur bei gescheiterten Ehen, sondern bei Trennungen allgemein. Schließlich ist auch eine offizielle Scheidung meist nur ein Endpunkt einer Beziehung, dem oft genug ein Trennungsjahr voranging.

Hunde und Recht - Scheidungshunde.
Wer bekommt den Scheidungshund?

Bei Kindern ist es klar, was passiert. Können sich die Eltern nicht einigen, dann entscheidet ein Richter und sind die Kinder alt genug, dann finden oftmals auch ihre Wünsche gehör. Aber was ist bei einer Trennung mit dem Hund? Je mehr Scheidungen es gibt, umso mehr Scheidungshunde tummeln sich auch auf unseren Hundewiesen.

Scheidungshunde – zwei Szenarien sind möglich

Neben dem Szenario, dass sich das ehemalige Paar gütig einigt, wer den Hund bekommt, sind es zwei Möglichkeiten: Keiner will den Hund (zum Beispiel, weil man sich in der heutigen Zeit schlechte Chancen auf dem Wohnungsmarkt mit Vierbeiner ausrechnet) oder beide kämpfen um den Familienhund.

Manchmal ist es einfach. Wurde ein Hund mit in die Partnerschaft gebracht, dann bleibt er natürlich bei demjenigen auch nach einem Scheitern. Wurde der Hund in der Partnerschaft angeschafft, dann gehört er erstmal demjenigen, der den Kaufvertrag oder Übernahmevertrag unterschrieben hat. Nur wenn das sowohl Herrchen und Frauchen gemacht haben, dann gehört der Hund rechtlich beiden und es kann vor Gericht gehen.

Vor Gericht entscheidet der Richter dann über den Scheidungshund. Dabei geht es dann auch wieder um das Wohl des Hundes.

Folgende Punkte können bei der Frage wer bekommt den Scheidungshund dann den Ausschlag geben:

  • Wer hat sich bislang besonders viel um den Hund gekümmert, zum Beispiel auch Sport gemacht, Ausbildungen absolviert, Scheine abgelegt?
  • Wer hat grundsätzlich mehr Zeit für den Vierbeiner?
  • Wer kann es sich auch finanziell eher leisten?
  • Und sicherlich spielt auch die zukünftige Wohnsituation bei so manchen Hunderassen eine Rolle.

Besuchsrecht Hund nach Trennung Umgangsrecht

Gerichte werden aber nicht nur bei einer Trennung bemüht, wenn es um die Frage geht, wem der Hund gehört (gekämpft wird oftmals auch um die Katze), sondern auch danach, wenn es um ein Besuchsrecht oder Umgangsrecht geht. Einer maßgeblichen obergerichtlichen Rechtsprechung zu Folge gibt es mangels gesetzlicher Grundlage kein Umgangsrecht mit Haustieren. Es gab aber auch schon Amtsgerichte, die anders entschieden haben.

Hunde und Recht - Justitia (Maarten van Heemskerck, 1556)
Hunde und Recht – Justitia (Maarten van Heemskerck, 1556)

Aus der Rubrik Hunde und Recht.

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