In den 1950er und 1960er Jahren kommt es im Rahmen des Kalten Kriegs zu einem Wettlauf ins All (Space Race). Dieser hat fast schon den Charakter eins Wettkampfs, wenn auch, vor Hintergrund atomare Bedrohung und Kalter Krieg, das ganze einen ernsten Hintergrund hat.

Beim Wettlauf ins All haben zunächst die Sowjets die Nase vorne:

  • Sputnik 1, 1957, der erste Satellit im Orbit sorgt im Westen für den Sputnikschock.
  • Laika, November 1957, erste Lebewesen in der Erdumlaufbahn.
  • 1961, mit Juri Gagarin schicken die Russen auch den ersten Menschen ins All.
  • Dafür gewinnen die Amerikaner schließlich das Rennen um die Mondlandung.

Aber nicht nur die Sowjetunion und die USA nehmen an dem Wettlauf ins All teil. Auch andere Nationen waren beteiligt. Zum Beispiel die Franzosen, die statt auf Affen und Hunde auf Katzen setzen und schließlich die erste Katze ins All schicken.

Ehe Menschen in den Weltraum aufbrachen waren zunächst Hunde, Affen und Katzen dran.
Eroberung des Weltraums.

Zeitleiste Wettlauf ins All

Hier eine Zeitleiste Wettlauf ins All mit einen besonderen Augenmerk auf Tiere im Weltraum. Denn Laika war zwar der erste Hund, aber es gab nach der Hündin auch eine Katze und einen Schimpansen im Orbit. Außerdem wurde auch mit Nagetieren experimentiert. Heute werden immer noch Tiere in den Weltraum geschickt, nun aber eher zu Forschungszwecken. Ursprünglich sollte aber mit Tieren überhaupt die Überlebensfähig von Lebewesen auf Raumflügen getestet werden. Bis heute ist es sieben nationalen Raumfahrtprogrmmen gelungen, Tiere ins All zu bringen. Neben den Franzosen, Amerikanern und Sowjets waren dies noch Argentinien, China, Japan und wohl auch der Iran.

Von 1947 bis 1957 gelingt es zwar immer wieder Tiere in den Höhenatmosphäre zu schicken, der erste eigentliche Flug ins Weltall bzw. in die Erdumlaufbahn gelingt aber erst mit Leica.

Erste Tiere im Weltraum

1947, der erste Versuch an Bord einer V-2 Rakete, die von den Amerikanern abgeschossen wird, wird mit Fruchtfliegen unternommen. Sie sind die ersten Lebewesen an Bord einer solchen Rakete. Die Raketen mit den Fruchtfliegen an Bord wird auf 109 Kilometer geschossen. Damit erreicht sie nach einer Definition der NASA nicht nur den Weltraum (Grenze liegt hierfür bei 80 Kilometern), sondern sie erreicht auch die Kárman-Linie bei 100 Kilometern. Siehe auch Hunde im Weltraum.

11. Juni 1948 Von New Mexiko aus wird eine V-2 Blossom abgefeuert, an Bord ein Rhesus Affe. Dieser Tier-Astronaut bleibt ein heimlicher Held der Raumfahrtgeschichte, den viel ist über ihn nicht bekannt. Es folgen weitere Versuche bzw. Flüge mit Rhesus-Affen. Der letzte V-2 Flug mit Affe an Bord von White Sands aus wird 1949 unternommen. Auch hier wurde der Rhesusaffe, Albert IV., wohl ständig überwacht. Der Flug war insgesamt wohl sehr erfolgreich, allerdings nur bis zum Aufprall. Diese überlebte der Affe nicht. In den Folgejahren gab es weitere Experimente mit Affen und Mäusen.

20. September 1951 Der Affe Yorik wird mit elf Mäusen von der Holloman Air Force Base in New Mexiko auf 236.000 Fuß geschossen. Der Affe überlebt.

22. Mai 1952 Die Amerikaner unternehmen einen weiteren Versuch, diesmal mit den Affen Patricia und Mike. Außerdem sind noch zwei weiße Mäuse mit an Bord. Die Tiere kehren sicher zurück auf die Erde. Der Affe Patricia stirbt zwei Jahre später eines natürlichen Todes, der Affe Mike sogar erst 1967. Beide hatten ihre letzten Jahren im national Zoological Park in Washington, DC, verbracht.

1955 US-Präsident Eisenhower eröffnet mit der Ankündigung einen erdumkreisenden Satelliten ins All zu schießen den Wettkampf. Auch die Sowjets geben einen entsprechende Absichtserklärung ab, auch sie wollen den Kosmos erobern. Die heiße Phase des Wettlaufs beginnt und endet mit Ende des Kalten Kriegs.

Sputnik - Die Russen schießen den ersten Satelliten in die Erdumlaufbahn.
Sputnik – Die Russen schießen den ersten Satelliten in die Erdumlaufbahn.

4. Oktober 1957 Sputnik 1 und Sputnikschock – Die Russen gewinnen die erste Etappe im Wettlauf ins All. Sie schießen den sowjetischen Satellit Sputnik 1 in eine Erdumlaufbahn. Vor allem in den USA führt dies zum sogenannten Sputnikschock. Es ist von einer ultimativen Waffe und von einer Missile Gap (Raketenlücke) die Rede. Es werden Vergleiche mit Pearl Harbor 1941 gezogen. Allerdings wird der scheinbare Vorsprung der Sowjets (die Amerikaner haben ja weiterhin ihre überlegene Langstreckenbomberflotte) auch ausgenutzt. Von der entfachten Aufrüstungshysterie profitierte nicht nur die Raumfahrt, sondern eben auch das Militär. Den Sputnikerfolg hatten die Russen im eigenen Lande zunächst nicht großangelegt ausgeschlachtet. Von der starken Reaktion vor allem im Westen waren sie extrem erstaunt.

Hunde in der Raumfahrt.3. November 1957 Die Sowjetunion schickt die Hündin Laika an Bord von Sputnik 2 ins All. Die Hündin stirbt an Bord der Rakete, ist aber als erstes Lebewesen im Weltraum bis heute unvergessen. Die Sowjets haben im Wettlauf ins All erstmal die Nase vorne.

Februar 1958 Den USA gelingt es einen unbemannten Satelliten ins All zu schicken: Explorer 1. dieser ist in der Lage, wissenschaftliche Untersuchungen vorzunehmen.

Lunik 2 Erste Mondlandung der Sowjets.13. September 1959 Die russische Raumsonde Lunik 2 landet als erstes Objekt von Menschenhand auf dem Mond. Das Medienecho fällt allerdings gering aus.

19. August 1960 An Bord von Sputnik 5 werden gleich zwei Hunde in den Weltraum gebracht: Streika und Belka. Neben den beiden Hunden sind auch noch 40 Mäuse, zwei Ratten und auch einige Pflanzen an Bord. Sputnik 5 umkreist die Erde in einer Bahnhöhe von etwas über 300 Kilometer 18 Mal. Insgesamt bleibt diese Sputnik mit den beiden Hunden 90 Minuten in der Luft bzw. der Erdumluftbahn. Beide Hunde kehren sicher auf die Erde zurück. Hunde im Weltraum.

Dies war fast ein noch wichtiger Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte als der Versuch mit Leika drei Jahre zuvor, denn: Dies war der erste erfolgreiche Einsatz der Technik der weichen Landung und ein grundlegender Fortschritt. Damit war zudem bewiesen, dass Lebewesen im Orbit überleben und auch den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre physisch verkraften konnten.

31. Januar 1961 Mit Ham wird der erste Schimpanse von den Amerikanern in den Weltraum geschickt und zwar an Bord einer Mercury Restone-Rakete. Er wird auf einen Sub-Orbitalflug geschickt, ähnlich dem,d en später Alan Shepard absolvieren würde. Die Rakete mit dem Affen an Bord kann sich zwar nicht an den Flugplan halten, dennoch wird die Mission ein Erfolg, der Affe überlebt und erlebt während seines 16,5 Minuten dauernden Fluges sogar eine Phase von 6,6 Minuten in der Schwerelosigkeit. Anschließend bescheinigen in die Ärzte einen guten Zustand. Er sei müde und dehydriert, ansonsten aber wohlauf. Ham bereitete den erfolgreichen Start des ersten amerikanischen Astronauten Alan B. Shepard Jr. den Weg. Ham lebte schließlich bis 1983 in verschiedenen Zoos.

Aus dem Wettlauf ins All wird ein Wettlauf zum Mond

12. April 1961 Erster Mensch im Weltraum – der Sowjet Juri Gagarin: Mit Juri Alexejewitsch Gagarin schicken die Sowjets nun auch den ersten Menschen in den Weltraum. Zu dieser Zeit trat in den USA der frischgewählte US-Präsident John F. Kennedy gerade sein Amt an. Die USA geraten unter Druck. Denn zu den Erfolgen der Sowjets in der Raumfahrt kommt auch noch der verpatzte Invasionsversuch in Kubas Schweinbucht. Amerika steht politisch blamiert da. Und so schickt John F. Kennedy eine Notiz bzw. Frage an seinen Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson, der auch Leiter des National Aeronautics and Space Council war:

Haben wir eine Chance, die Sowjets zu schlagen, indem wir ein Labor im Weltraum errichten oder durch einen Flug um den Mond oder durch eine Rakete zur Landung auf dem Mond, die einen Menschen hin- und zurückbringt?

Da Lyndon B. Johnson Kennedys Frage positiv beantworten kann, kündigt Präsident Kennedy nun das Vorhaben an, bis zum Ende des Jahrzehnts auf dem Mond landen zu wollen. Im gleichen Jahr kommt es zum Entwurf des Apollo-Programms.

5. Mai 1961: Auch die Amerikaner haben nun einen Astronauten und zwar Alan Shepard. Allerdings unternimmt er nur einen Flug ins All auf 187 Kilometer Höhe, keine Erdumkreisung. Diese gelingt erst dem Schimpansen Enos und etwas später John Glenn.

29. November 1961: Die Amerikaner schicken mit dem Schimpansen Enos nun ebenfalls ein Lebewesen in die Erdumlaufbahn. Enos umkreist die Erde eine Stunde und 28 Minuten lang und überlebt seinen Flug. Enos war bei guter Gesundheit, allerdings starb er elf Monate später an einer anderen Krankheit, die wohl nichts mit seinem Aufenthalt in der Schwerelosigkeit zu tun hatte.

1961/1962 Die Franzosen experimentieren mit weißen Ratten.

20. Februar 1962 Nach dem erfolgreichen Raumflug von Schimpanse Enos schicken die Amerikaner nun auch ihren ersten Astronauten in den Weltraum bzw. in die Umlaufbahn und zwar John Glenn (1921-2016). Der erste Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff umkreiste, blieb vier Stunden, 55 Minuten und 23 Sekunden im Weltraum. Er umkreiste drei Mal die Erde.

16. Juni 1963 Mit Walentina Wladimirowna Tereschkowa schicken die Russen nun auch die erste Frau in den Weltraum. Ihre Mission dauert 2 Tage 22 Stunden und 50 Minuten. Die erste Kosmonautin umrundet die Erde 48 Mal.

18. Oktober 1963: Auch die Franzosen haben ein Raumfahrt-Programm. Während die Russen Hunde ins Weltall schießen, zählen bei den Franzosen Katzen zu den tierischen Pionieren. Am 18. Oktober 1963 wird Félicete, die erste und bisher einzige Katze, die ihren Flug überlebte, in den Weltraum geschickt. Katze im Weltraum.

12. Oktober 1964 Bislang war immer nur ein Mensch auf einmal auf eine Mission geschickt worden, nun startet mit Woschod 1 erstmals ein Raumschiff mit einer mehrköpfigen Besatzung.

1965 Der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow unternimmt den ersten Außenbordeinsatz im Weltall. Sein Ausflug, der Kosmonaut wird nur mit einer Leine gesichert,d auert zwölf Minuten. Drei Monate später verlässt der Amerikaner Edward White ebenfalls sein Gemini-Raumschiff für einen 20-minütigen Weltraumausstieg.

1966 Die Sowjetunion schickt wieder zwei Hunde in den Weltraum. Die beiden bleiben 21 Tage im All, so lange wie noch nie vor ihnen irgendein Lebewesen, selbst die Mondlandung 1969 dauerte kürzer und so wurden die 21 Tage der beiden Hunde im Weltraum erst im Juni 1974 mit dem Flug von Skylab zwei von Menschen übertroffen. Hunde-Rekord im Weltraum.

1967 Rückschlag für das US-amerikanische Mondprogramm. Bei einem Bodentest der Apollo 1 kommt es zu einem Brand. Drei Astronauten (White, Chaffee und Grissom) sterben.

15. September 1968 Auch in der UdSSR beschäftigt man sich mit dem Erreichen des Mondes. Ein erstes Mondschiff (Zond) wird auf die Reise geschickt, an Bord Schildkröten, Weinfliegen, Mehlwürmer, Pflanzen, Samen, Bakterien und andere lebende Materie. Am 18. September 1968 flog die Raumsonde um den Mond herum. Am 21. September trat sie wieder in die Erdatmosphäre ein. Zwar öffnete sich auch der Fallschirm und die Kapsel konnte aus dem Indischen Ozean geborgen werden, die Lebewesen an Bord überlebten nicht.

10. November 1968 Mit Zond 6 und tierischen Insassen unternimmt die Sowjetunion einen weiteren Versuch. Am 14. November 1968 umkreist die Raumkapsel den Mond. Auf dem Rückflug verliert das Raumschiff eine Dichtung, es kommt zum Verlust der Kabinenatmosphäre, das Leben an Bord stirbt.

24. Dezember 1968 Mit Apollo 8 umrunden erstmals Menschen den Mond.

20. Juli 1969 Erfolgreiche Mondlandung. Die USA gewinnen das Wettrennen zum Mond. Die am 16. Juli begonnenen Apollo 11 Mission ist erfolgreich, die Landung auf dem Mord gelingt. Die von John F. Kennedy 1961 erteilte Aufgabe noch vor Ende des Jahrzehntes einen Menschen zum Mond zu schicken gelingt. Und auch die sichere Rückkehr der drei Apollo 11 Teilnehmer Neil Armstrong, Edwin Buzz Aldrin und Michael Collins ist Teil des Erfolges. Bei der Fernsehübertragung der Mondlandung 1969 verfolgten weltweit rund 600 Millionen Menschen das Ereignis.

Mit dem Erreichen des Mondes war ein wichtiges Ziel im Wettlauf erreicht. Auch der Wettlauf zum Mond ist entschieden.

Tiere heute Nutzlast und keine Pioniere mehr

Die Rolle von Tieren in der Raumfahrt wird nun weitestgehend auf die der biologischen Nutzlast beschränkt. Dafür erweitert sich aber das Artenspektrum, das in den Weltraum für Untersuchungen und Forschungen geschickt wird: Algen, Amöben, Quallen, Fische, Spinnen, Insekten, Hasen, Schildkröten fliegen ins All. Für Schlagzeilen sorgen sie kaum noch, eine Ausnahme bilden zwei Kreuzspinnen, Anita und Arabella, die an Bord von Skylab 3 1973 in den Weltraum gebracht werden. Der erfolgreiche Versuch der Spinnen ein Netz zu spinnen wird aufgezeichnet.

Heute werden übrigens immer noch Tiere zu Studienzwecken in den Weltraum geschickt. Im Januar 2014 wurden zum Beispiel einige Ameisen an Bord der ISS gebracht.

In den Anfängen der Raumfahrt wurden Tierversuche vor allem unternommen, damit Wissenschaftler mehr lernen konnten, ohne Menschenleben in Gefahr zu bringen. Ohne Tierversuche in den frühen Tagen des menschlichen Raumfahrtprogramms hätte es sicherlich mehr Verluste auf menschlicher Seite gebracht. Allerdings kamen sehr viele dieser tierische Pioniere bei diesen Versuchen ums Leben.

Quellen Wettlauf ins All Zeitleiste: