Die Geschichte der Hunde im Weltraum ist eng verknüpft mit dem Wettstreit zwischen den Großmächten USA und UdSSR, der seinen Höhepunkt im Kalten Krieg fand. Zunächst war es der Wettlauf ins All, später dann der Wettlauf zum Mond.

Aufrüstung und Gleichgewicht des Schreckens begleiten Wettlauf ins All

Sputnik - Die Russen schießen den ersten Satelliten in die Erdumlaufbahn.
Sputnik – Die Russen schießen den ersten Satelliten in die Erdumlaufbahn.

Die Einigkeit zwischen Sowjetunion und den USA nach dem 2. Weltkrieg dauerte nicht lange an, bald standen sich die beiden Großmächte als Gegner gegenüber. Zwar nicht in einem offiziellen Krieg, aber auch der kalte Krieg kannte seine Schrecken. So standen die einstigen Verbündeten, heute Gegner im ständigen Konkurrenzkampf miteinander, es galt nicht nur das Gesicht zu wahren, auch im Rahmen des Kalten Kriegs war ein Wettkampf um die Vormacht im Gange. Nicht nur die USA hatten die Atombombe, 1949 war es der Sowjetunion gelungen, ebenfalls eine Atombombe zu zünden. Es kam sogar zu Stellvertreterkriegen, zum Zeitpunkt des ersten Weltraumflugs von Weltraumhund Leika im Jahr 1957 war der Kalte Krieg in Nordostasien schon längst zum Koreakrieg eskaliert (1950-1953), in den USA herrschte massiver Antikommunismus und in Europa kam es zur Wiederbewaffnung Westdeutschlands und in der Folge auch der DDR. Zwar starb im Jahre 1953 Josef Stalin, sein Nachfolger als Machthaber der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow, führte dessen Politik und die Gegnerschaft zu den Amerikanern fort. 1954 zog die Sowjetunion in der Rüstung auch bei den Wasserstoffbomben nach. Das Gleichgewicht des Schreckens etablierte sich. Dessen Einhaltung bestimmte fortan die Beziehung der Supermächte, der Rüstungswettlauf wurde vorangetrieben. Machte eine Supermacht Fortschritte, dann musste die andere nachziehen. Und natürlich versuchten beide Parteien es nicht beim Gleichgewicht des Schreckens zu lassen, sondern immer der Gegenseite eine Nasenlänge voraus zu sein.

Sputnikschock

Der Wettlauf in den Weltraum (der später zu einem Rennen wurde, wer als erstes auf dem Mond landete) war einer dieser wichtigen Duelle zwischen den beiden Supermächte, bei denen es eben nicht nur ums Prestige ging. Der Sowjetunion gelang es als erstes einen künstlichen Erdsatelliten (Sputnik 1) in den Weltraum zu schießen. Dies gelang den Sowjets am 4. Oktober 1957. Dies bedeutete nicht nur, dass es der Sowjetunion eben als Erstes gelungen war, die technischen Herausforderungen zu meistern, einen Satelliten in die Erdumlaufbahn zu katapultieren. Es bedeutete auch, dass die Sowjets in der Lage waren, das Territorium der USA mit nuklear bestückten Interkontinentalraketen zu erreichen. So jedenfalls die offizielle Lesart dieses Meilensteins in der Weltraumforschung. Der Begriff Sputnikschock ist also eine gute Beschreibung für das, was die Meldung über diesen ersten künstlichen Erdsatelliten der Russen bei den Westmächten auslöste. In der Folge des Sputnikschocks wurde auch die NSA gegründet. Es ging um eine Bündelung der Ressourcen.

Erste Lebewesen im Weltraum bzw. in der Erdumlaufbahn

Der erste russische Satellit in der Erdumlaufbahn war einen Monat vor dem 40. Jahrestag der Oktoberrevolution (aufgrund eines anderen Kalenders in Russland von 1917 lag das Datum für dieses Ereignis im Westen im November) geschossen worden. Der sowjetische Machthaber Nikita Chruschtschow setzte nun alles daran, diesem Erfolg pünktlich zum eigentlichen Jahrestag noch einen weiteren Meilenstein folgen zu lassen. Spätestens zum 7. November sollte ein Lebewesen an Bord eines russischen Satelliten sein, ein Hund, die berühmte Leika. (Leika – Erster Hund im Weltraum).

Während die Russen auf Hunde setzten, ließen die Franzosen später Katzen Teil ihres Weltraumprogramms werden. Die Amerikaner hatten schon zuvor auf Affen gesetzt. Und natürlich waren auch immer wieder Mäuse in den Orbit geschickt worden.

Warum diese Experimente mit Tieren und Hunden?

Zum Start der Weltraumprogramme wusste man nicht, wie der Mensch bzw. der menschliche Organismus auf die Schwerelosigkeit und den Aufenthalt im Raum überhaupt reagieren würde. Es war sogar strittig, ob Lebewesen, insbesondere höhere Lebewesen wie Säugetiere (daher auch die Experimente mit Affen, Katzen und Hunden) einen Aufenthalt im Weltraum überleben können. So überlebte Laika zwar ihren Flug in den Weltraum nicht, alleine, dass sie aber an Überhitzung starb und nicht am Aufenthalt im Orbit selbst, galt für die Betreiber der Weltraumprogramme bereits als Erfolg.

Neben dem ersten Versuch, ob ein Lebewesen überhaupt den Aufenthalt im All überleben könne, galt es natürlich auch zu erforschen, ob man ein solches Lebewesen auch wieder heil auf die Erde zurückbringen könne.

Wo fängt der Weltraum an?

Laut NASA endet die Erdatmosphäre bei etwa 80 Kilometer über der Erde und damit beginnt der Weltraum. Es gibt aber auch noch die Definition der Kármán Linie für den Beginn des Weltraums. Die Kármán-Linie ist eine gedachte Grenze in einer Höhe von 100 km über dem Meeresspiegel, die dazu genutzt wird, um die Luftfahrt von der Raumfahrt zu unterscheiden. Sie dient daher als Definition für eine theoretische Abgrenzung der Erdatmosphäre zum freien Weltraum, was bedeutet, dass ab ungefähr dieser Höhe die Atmosphäre nicht mehr genutzt werden kann, um nennenswerten Auftrieb bei einem Flugobjekt zu erzeugen.

Hier eine kleine Vergleichstabelle, um ein Gefühl für die Höhen zu bekommen:

  • Mount Everest, mehr als 8 Kilometer hoch. Troposphäre.
  • Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen meist bei ca. 10 bis 12 Kilometern, allgemein fliegen Flugzeuge meist zwischen 6 und 20 Kilometern. Troposphäre.
  • Wetterballons erreichen eine Höhe von 50 Kilometern. Stratosphäre.
  • Aus der Stratosphäre fand 2012 auch der höchste Absprung eines Fallschirmsprungs von Felix Baumgartner statt. Er sprang aus einer Höhe von 38,97 Kilometern auf die Erde zurück.
  • Meteore verglühen beim Eintritt in die Erdatmosphäre und damit bei ca. 85 Kilometern. Mesosphäre.
  • Polarlichter entstehen auf Höhe der Kármanlinie bei ca. 100 Kilometern. Thermosphäre (85 bis 690 Kilometer).
  • In die Thermospähre, aber oberhalb der Kármanlinie, werden auch Raumfähren gebracht.
  • Ab 690 Kilometer: Exosphäre.
  • Der Mond befindet sich ca. 384.400 Kilometer von der Erde entfernt.

 

Zeitleiste Wettlauf zum Mond und in den Weltraum und siehe auch Erste Katze im Weltraum.