Das erste Lebewesen in der Umlaufbahn um die Erde war ein Hund und zwar die berühmte Laika. Allerdings war die Hündin aus Moskau eine traurige Berühmtheit, denn sie überlebte ihren Flug ins All nicht.

Weltraumhund Leika.
Weltraumhund Leika. An Bord von Sputnik 2 und ein Foto der Hündin.

Laika wird 1957 zum ersten Lebewesen in der Erdumlaufbahn

Ihren Flug trat Laika im November 1957 an, 40 Jahre nach der Oktoberrevolution. Das Bestreben den Amerikanern eine Nase voraus zu sein, wurde der Hündin dabei zum Verhängnis. Die Sowjets hatten bereits im Oktober den ersten Satelliten in die Erdumlaufbahn geschickt, Sputnik 1, und damit für einen Sputnikschock gesorgt. Nun wollte man nah dem erfolgreichen Sputnik-Experiment im Oktober einen weiteren Erfolg im Wettlauf mit den US-Amerikanern feiern und pünktlich zum 40. Jahrestag der Oktoberrevolution auch ein Lebewesen, in diesem Fall einen Hund, in die Rakete setzen. Das Ganze geschah doch etwas überstürzt und so gab es keine Rückkehrstrategie für die Hündin Leika. Auch ein wirkliches Training war mit der Hündin nicht abgehalten worden.

Leika Mission galt trotz Tod des Hundes als Erfolg

Aber auch wenn die Hündin Leika ihren Ausflug in den Orbit nicht überlebte, lebt die Erinnerung an diese vierbeinige Pionierin der Raumfahrt bis heute weiterer. Und auch wenn die Mission mit dem eingeplanten Tod der Hündin endete, wurde die Mission als Erfolg gewertet. Denn sie lieferte die Erkenntnis, dass der Aufenthalt im Weltall prinzipiell überlebt hätte werden können. Bis zu Laikas Flug war nicht bekannt, ob Lebewesen unter Schwerelosigkeit überhaupt überleben können. Insofern waren auch die wenigen Stunden, in denen Sputnik 2 die ersten biomedizinischen Daten aus dem All übermittelte, ein Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte. Allerdings war die Mission weniger wissenschaftlich als vielmehr propagandistisch motiviert. Schließlich starb Leika wenige Stunden nach Missionsbeginn an Überhitzung und Stress. Laut Aussagen der Sowjetunion hatte der Aufenthalt im Orbit selbst zu keinen gesundheitlichen Schäden geführt. Über die genaue Todesursache, sogar dem Todeszeitpunkt des Hundes hatte man in der Sowjetunion lange ein Geheimnis gemacht. Erst im Jahre 2002 wurde sowohl Todeszeitpunkt als auch Todesursache allgemein bekannt.

Erster Mensch im Weltraum

Die Erkenntnisse, die die Sowjets aus diesem Raketenstart von Sputnik 2 und weiteren Experimenten mit Hunden in der Raumfahrt gewannen, führte schließlich zur bemannten Raumfahrt und mit Juri Gagarin 1961 als ersten Menschen im Weltraum.

Weltraumhund Laika

Leika Russischer Weltraumhund. Pionier der Raumfahrt.
Leika Russischer Weltraumhund.

Leika bedeutet nichts anders als Kläffer bzw. Beller auf Russisch. Es gibt auch eine russische Hunderasse mit Namen Leika. Man vermutet, dass die Hündin 1954 irgendwo in Moskau geboren wurde. Leika war eine Straßenhündin, eine Streunerin, die auf den Straßen Moskaus aufgegriffen worden war. Die Hündin war ein Mischling, sie hatte ein Gewicht von etwa sechs Kilogramm und ähnelte damit in etwa einem Jack Russell Terrier. Und auch wenn nicht so klar ist, was für ein Mischling sie war, nimmt man doch an, dass in ihr nicht nur ein Terrier, sondern auch ein Husky zu finden war. Leika war nicht der erste Name, den diese Hündin erhielt, erst später wurde sie so benannt.

Leika hatte so einige Namen:

  • Von den sowjetischen Wissenschaftlern und Technikern wurde der Hund zunächst Kudrjawka (Кудрявка; dt.: Löckchen) genannt.
  • Oder auch Tschuschka (Чушка; dt.: Käferlein) und Limontschik (Лимончик; dt.: Zitrönchen).
  • In Amerika war Leika auch Muttnik (von mutt, ein mischrassiger Hund) genannt worden.
  • Und Tierrechtsaktivisten nannten Leika Curly (Lockige).

Leika wird auf ihre Weltraum-Mission vorbereitet

Video Laika und ihre Mission mit Bildern aber auch kurzen bewegten Bilder von der Hündin und der Raumkapsel:

Die Sowjets als auch die Amerikaner hatten zuvor schon Lebewesen auf suborbitale Flüge geschickt. Die Sowjets hatten dabei Tests durchgeführt, und dabei herausgefunden, dass Hunde besonders gut für diese Flüge geeignet waren, da sie die Belastungen am besten verkraften konnten.

Allerdings setze man in der Vorbereitung nicht alleine auf Leika. Es gab drei Hündinnen: Leika, Albina und Muschka. Die drei waren auch schon beim Höhenforschungsprogramm mit dabei gewesen. Als Ersatzhündin für Leika war Albina vorgesehen gewesen, die sogar schon zwei suborbitale Flüge an Bord einer Testrakete hinter sich gebracht hatte. Muschka diente den Wissenschaftlern und Technikern zum Test von Instrumenten und Lebenserhaltungssystemen.

Immer kleiner werdende Käfige – Aufenthalt in der Zentrifuge

Trainiert wurde Laika von Oleg Gasenko, einem russischen Weltraumexperten. Ausgewählt worden war sie, da sie trotz andauernder und intensiver Belastungen in verschiedenen Tests immer recht ruhig blieb. Eine gute Voraussetzung für einen Flug in einer engen Raumkapsel.

Um die Hunde auf den Einsatz in der Raumkapsel vorzubereiten, mussten sie vor allem an die beengten Verhältnisse dort gewöhnt zu werden. Dies geschah dadurch, dass man die Hunde in immer kleinere Käfige sperrte. In der Enge hörten sie auf, Fäkalien auszuscheiden; sie wurden deshalb unruhig, und ihre Verfassung verschlechterte sich. Selbst Abführmittel konnten ihren Zustand nicht merklich verbessern; nur lange Trainingseinheiten waren dazu in der Lage.

Auch wurden die Hunde in Zentrifugen gesteckt, galt es doch auch sie an die Beschleunigung bei einem Raketenstart zu gewöhnen. Dabei wurden sie auch an Vibrationen und natürlich den Lärm gewöhnt. Tests dieser Art bewirkten einen verdoppelten Herzschlag und einen um 30 bis 65 mmHg erhöhten Blutdruck. Außerdem gewöhnte man die Hunde an ein besonderes Gel mit hohem Nährwert, das ihnen im Weltraum als Nahrung dienen sollte. Einer Art Astronautennahrung für Hunde.

Schon Tage vor dem Start kommt Leika in die Kapsel. Ihre Quälerei soll, so jedenfalls ein NASA-Dokument, bereits am 31. Oktober 1957 begonnen haben. Der eigentliche Flug war erst am 3. November. Ende Oktober, Anfang November 1957 war es in Baikaonur, hier befand sich das Startgelände, sehr kalt. Damit Laika nicht vor dem Start erfror, gab es eine Klimaanlage. Die Hündin wurde von zwei Betreuern überwacht. Bevor dann die Rakete gestartet wurde, wurde Laika noch mit Sensoren versehen, schließlich wollte man ihre Körperfunktonen überwachen. Dafür wurde Leika in eine Art Korsett gesteckt. Die telemetrisch übermittelten Informationen zeigten an, dass Laika aufgeregt war, aber Nahrung zu sich nahm.

Sputnik 2

Sputnik 2 war eine Kapsel mit einem Gewicht von 18 Kilogramm. Dazu kam das Gewicht des Hundes. Die Kabine war druckreguliert. Sie war zudem gepolstert. Leika hatte in Sputnik 2 so viel Platz, dass sie sich hinstellen und auch hinlegen konnte. Es gab eine Sauerstoffversorgung und die Kapsel hatte eine Kühlvorrichtung. Sowohl Wasser als auch Nahrung standen in Gelform bereit.

Leikas Reise und Tod

Nachdem Leika wohl schon am 31. Oktober 1957 in die Sputnik-Kapsel gebracht worden war, ging ihre eigentliche Reise am 3. November 1957 um 2:30 Uhr los. Die Rakete startete vom Kosmodrom Baikonur. Die Überwachung funktionierte. Es wurden wichtige Daten an die Menschen am Boden gesendet.

Hier ein Video erste Sputnik. Im Video ist auch zu sehen wie ein Hund in die Kapsel gesteckt wird:

Schon zuvor war Laika aufgeregt gewesen. Sie brachte es aber fertig, Nahrung zu sich zu nehmen.

Kurz nach dem Start stieg dann ihr Puls auf das Dreifache ihres Ruhepulses an.

Dann erreichte die Raumkapsel die Schwerelosigkeit. Der Puls sank zwar, aber dies dauerte doch länger, als dies bei Tests am Boden der Fall gewesen hin. Dies wurde als Zeichen von hohen Stress gedeutet.

Es wurden weitere Vitalwerte übermittelt. Hier gibt es Angaben, die von einer Zeit von fünf bis sieben Stunden ausgeht, in denen die Hündin noch lebte und so Lebenszeichen an die Bodenstation übermittelt werden konnte.

Man nimmt an, da die Kapsel nur einen schlechten Wärmeschutz aufwies, dass Laika einen Hitzetod starb.

Sputnik 2 blieb mit den sterblichen Überresten von Laika aber weiterhin im Orbit. 2570 Mal umkreiste Laika die Erde, fünf Monate dauerte die Reise.

Am 14. April 1958 tritt Sputnik 2 wieder in die Erdatmosphäre ein und wird dabei zerstört. Die Reste des Satelliten verbrennen über dem Karibischen Meer.

Wie starb Leika? Ihre Reise und das tödliche Ende

Zunächst wurde über die genaue Todesursache der Hündin widersprüchliche Aussagen gemacht. Das ist nicht verwunderlich, schließlich ging es bei dem Projekt nicht nur um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch um Prestige.

Heute geht man davon aus, dass die Hündin nur fünf bis sieben Stunden ihres Fluges überlebte und an Überhitzung und Stress starb. Kurz nach dem Flug hieß es auch, sie sei an Sauerstoffmangel gestorben oder man habe sie wie geplant vergiften können. Statt fünf oder sieben Stunden Flug war auch oft von vier Tagen Flugzeit die Rede. Dann erst wäre die Hündin gestorben, da sich die Kabine überhitzt habe.

Seit 2002 geht man dvon aus, dass es wohl nur fünf bis sieben Stunden waren. Einer der beteiligten Wissenschaftler, Dmitri Malaschenkow, am Sputnik 2 Programm soll diese Aussage gemacht haben. Bevor man keine Lebenszeichen mehr von Leika erhielt soll es zudem zu einem Anstieg der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit an Bord der Kapsel gekommen sein.

Der Tod der Hündin war eingeplant – alles für die Wissenschaft und den Ehrgeiz

Das Leica nicht auf die Erde zurückkehren sollte, das war eingeplant gewesen. Allerdings hatte man erwartet, dass die Hündin länger überleben würde, deswegen gab es auch die Gewöhnung an Nahrung und Wasser in Gelform. Da eine sichere Rückkehr an Bord von Sputnik 2 nicht möglich gewesen wäre, man der Hündin aber immerhin einen qualvollen Tod beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ersparen wollte, sah das Protokoll eigentlich vor, sie dann zu vergiften.

Nicht nur erster Hund im All

Die Hündin Laika war nicht nur der erste Hund im All, sie war überhaupt das erste Säugetier und sogar Lebewesen, das in den Weltraum gelangte und die Umlaufbahn erreichte. Die Amerikaner hatten zwar zuvor Affen und Mäuse eingesetzt, aber niemals diese Höhe erreicht bzw. diese auf die Umlaufbahn geschickt.

Anmerkung: Leika, war die erste Hündin in der Umlaufbahn. Es gab bereits vorher andere Lebewesen, die auf suborbitale Flüge geschickt worden waren.

Erster Hund auf dem Mond

So weit bekannt ist, gab es noch keinen Hund auf dem Mond. Damit erübrigt sich die Frage nach dem ersten Hund auf dem Mond.

Fazit – Hunde Quälerei im Namen der Raumfahrt

Hört man Leika, dann denkt man immer an einen Hund, der ein Pionier der Raumfahrt gewesen ist. Meist weiß man noch, dass dieser Vierbeiner geopfert wurde (und mit Leica im Westen wie auch im Osten noch zahlreiche andere Tiere). Bei Leica war der Tod im Wettlauf ins All von vorneherein in Kauf genommen worden. Besonders tragisch erscheint mir, dass die Quälerei für die Hündin schon vorher begann. Die Gewöhnung an die enge Kapsel in immer enger werdenden Käfigen oder auch dass sie wohl schon einige Tage vor dem eigentlichen Raumflug an Bord von Sputnik 2 gebracht worden war. Einer Kapsel, in der die Hündin gerade mal stehen und liegen konnte. Nur zu Info: Fliegt man mit seinem Hund, dann legen (die meisten) Fluggesellschaften großen Wert darauf, dass sich der Hund in seiner Transportbox nicht nur hinstellen und hinlegen kann, er muss sich auch umdrehen können. Siehe auch Hunde im Weltraum.

Heute noch beliebter Name

Noch heute ist Laika ein sehr beliebter Name für Hündinnen.

Weiterführende Links zum Thema Leika

One small step for man’s best friend: The dog space suits made for our first canine cosmonauts. Mit einem Bild vom Hunde-Raumanzug.