Während die US-Amerikaner bei ihrem Weltraumprogramm vor allem auf Affen setzten, um den Weg für den ersten Menschen ins All zu bereiten, waren es bei den Sowjets Hunde. Leika war die Berühmteste dieser Vierbeiner.

Hunde im Weltraum - Belka und Strelka überlebten ihren Flug ins All.
Hunde im Weltraum – Belka und Strelka überlebten ihren Flug ins All.

Leika war nicht der erste Hund im russischen Weltraumprogramm, so waren bereits zuvor im Höhenforschungsprogramm Hunde zum Einsatz gekommen. Leika war aber die erste die Berühmtheit erlangte. Leika – Erster Hund im Weltraum.

In den Pfotenabdrücke von Leika wanderten noch weitere russische Hunde bis Mitte der 1960er Jahre. Später konnten viele von ihnen auch erfolgreich zur Erde zurückgebracht werde. Aber eben nicht alle. Leika war nicht das erste Opfer auf vier Pfoten, bereits vorher hatte es ein Weltraumprogramm gegeben, bei denen Hunden Flüge nicht überlebt hatten.

Drei Hündinnen gehörten zum Sputnik 2 Weltraum Programm

Hunde im Weltraum
Hunde im Weltraum

Leika war nicht der einzige Hund, der zum Sputnik 2 Programm gehörte. Neben ihr waren dies noch Albina und Muschka. Albina war eine Veteranin aus dem Höhenforschungsprogramm und hatte bereits zwei suborbitale Flüge mit einer Testrakete überlebt. Sie war die Ersatzhündin für Leika.

Bars und Lisichka sterben bei Explosion (28. Juni 1960)

Am 28. Juni 1960 wird ein weiterer Versuch unternommen, Hunde ins Weltall zu schicken. Diesmal sind es mit Bars (Panther bzw. Lynx) und Lisichka (Kleiner Fuchs) zwei Hunde, die an Bord einer Korabl Sputnik, einem Prototyp der Wostok, sind. Allerdings explodiert die Rakete beim Start. Beide Hunde sterben.

Belka und Strelka (19. August 1960)

Belka (dt. Eichhörnchen bzw. Weißchen) und Strelka (deutsch Pfeilchen) gingen mit Sputnik 5 (Leika war an Bord von Sputnik 2 gewesen, eine weitere Bezeichnung für Sputnik 5 ist auch Korabl Sputnik 2) auf Reise ins All. Die beiden Hunde umkreisten für einen Tag die Erde und konnten dann wohlbehalten zur Erde zurückgebracht werden. Belka und Strelka waren nicht die einzigen Lebewesen an Bord von Sputnik 5 gewesen, mit ihnen hatte man noch ein Kaninchen, zahlreiche Mäuse (40), zwei Ratten,15 Flaschen mit Fliegen und sogar Pflanzen ins All geschossen. Belka und Strelka und ihre Begleiter waren die ersten Lebewesen, die einen Raumflug in die Erdumlaufbahn überlebten.

Strelka und Belka überlebten nicht nur, sie hatten auch ein Leben danach. Zumindest von Strelka ist bekannt, dass sie später einen Wurf von sechs Welpen zur Welt brachte. Ein Welpe wurde an John F. Kennedy für seine Kinder verschenkt. Eben der John F. Kennedy, der aus dem Wettlauf ins All ein Wettrennen um den Mond machte.

Sputnik 6 / Korabl Sputnik 3 Pchelka und Muska (1. Dezember 1960)

Die beiden Hunde Pchelka (Kleine Biene) und Muska (Kleine Fliege) waren an Bord von Sputnik 6 (Korabl Sputnik 3). Sie starteten mit Mäusen, Insekten und Pflanzen am 1. Dezember 1960 zu ihrem Raumflug. Dieser nahm kein gutes Ende. Die beiden Hunde und ihre tierischen Begleiter verbrannten beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Damka und Krasavka 22. Dezember 1960

Auch der nächste Versuch zwei Hunde in den Weltraum zu bekommen schlug fehl. Am 22. Dezember 1960 waren die beiden Hündinnen Damka (Kleine Dame) und Krasavka (Schönheit) an Bord einer weiteren Korabl Sputnik. Beim Start ging allerdings etwas schief und so musste abgebrochen werden. Die Hunde konnten dann aber sicher geborgen werden.

Dummy-Kosmonaut begleitet Hund 9. März 1961

An Bord von Sputnik 9 (Korabl Sputnik 4) war der Hund Chernushka (Blakie). Begleitet wurde dieser nicht nur von einigen Mäusen und einem Meerschweinchen sondern auch von einem Dummy-Kosmonauten.

Zvezdochka 25. März 1961

Ebenfalls von einem Dummy-Kosmonauten (Ivan Ivanovich) begleitet wurde Hund Zvezdochka (Kleiner Stern) am 25. März 1961 an Bord von Sputnik 10 (Korabl Sputnik 5).

1966 Längster Aufenthalt im Weltraum von zwei Hunden – Rekord

In der Sowjetunion sollte nun die Auswirkung längerer Raumreisen auf Lebewesen getestet werden. Insbesondere die Strahlungen und ihre Auswirkungen auf Organismen stand im Mittelpunkt des Interesses. Um die Strahlung des Van-Allen-Gurts auf Tiere zu testen wurden die beiden Hunde Veterok (Breeze) und Ugoyok (Kleines Stück Kohle) am 22. Februar 1966 in den Raum gebracht. Die 21 Tage der beiden sind ein bis heute gültiger Rekord für Hunde im Weltraum. Von Lebewesen, in diesem Fall vom Menschen, wurden die 21 Tage erst im Juni 1974 mit dem Flug von Skylab 2 übertroffen.

Warum überhaupt Hunde in den Weltraum schicken?

Während die Amerikaner auf Affen setzten, es etwas später in Frankreich Tests mit Katzen gab, setzten die Russen auf Hunde. Sie entschieden sich mit Absicht für die Vierbeiner, denn diese galten als ruhiger und weniger zappelig als die Affen. Für Hündinnen statt Rüden entschied man sich wohl wegen des leichteren Gewichts. Erste Versuche mit Hunden gab es im sowjetischen Weltraumprogramm bereits in den Jahren 1951 und 1952. Neun Hunde gehörten zum Programm. Bereits am 15. August 1951 wurden die Hunde Dezik und Tsygan zu suborbitalen Astronauten-Hunden. Sie kehrten von ihrer Mission erfolgreich zurück. Etwas später folgte ein weiterer Flug. Die beiden Hunden hier starben. Ein Rückschlag, obwohl die Datenscheibe geborgen werden konnte. Es gab weitere Flüge. Teils überlebten die Hunde, teils nicht.

Die Sowjets hatten wohl auch andere Tiere in die Hochatmosphäre geschickt. Dabei hatte man festgestellt, dass die Vierbeiner mit der Belastung eines solchen Fluges noch am besten zurecht kamen. Außerdem wollten die Sowjets unbedingt noch im November 1957 den Flug wagen, die Kapseln, die bereits bei Sputnik 1 zum Einsatz gekommen war, war auch gut für einen Hund geeignet.