Das Iditarod bzw der. Iditarod Trail Sled Dog Race, ist das längste Hundeschlittenrennen der Welt. Das Rennen findet traditionell im frühen März statt. Dabei führt die Strecke die Hundeschlitten von Anchorage nach Nome, beides Orte im US-Bundesstaat Alaska, die etwa 1850 Kilometer auseinanderliegen.

Iditarod Hundeschlittenrennen in Alaska.
Das härteste und längste Hundeschlittenrennen der Welt – iditarod in Alaska.

Härtestes Schlittenhunderennen der Welt

Bei dem wohl härtesten Schlittenhunderennen der Welt neben Mushers mit einem Team von 16 Schlittenhunden teil. Der Wettbewerb dauert im Regelfall etwa 8 bis 15 Tage und führt quer durch die Wildnis Alaskas. Es ist ein Rennen, an dem vor allem geübter Musher mit ihren eingespielten Hundegespannen teilnehmen. Aber auch wenn die Teilnehmer wissen worauf sie sich einlassen und keine Anfänger sind, schaffen es längst nicht alle Starter ins Ziel.

Tragischer Unfall überschattete Iditarod 2016

Auch tragische Unfälle bleiben leider nicht aus, einen letzten gab es erst im Jahr 2016. Damals raste am Ufer des Yukon ein Mann nachts mit seinem Schneemobil in zwei Hundegespannen. Bei dem Unfall wurden drei Hunde getötet, drei weitere Schlittenhunde wurden verletzt.

Erstes Iditarod Rennen 1973

Erstmals ausgetragen wurde das Iditarod Rennen im Jahr 1973. Damals war es als Testrennen gedacht, es entwickelte sich aber schnell ein Wettkampf. Und so gehört das Iditarod heute zu den umkämpften Schlittenhunderennen.

Die Strecke ist zwar 1850 Kilometer lang, dennoch gibt es nur wenige Orte entlang der Rennstrecke. Die Rennstrecke ist herausfordernd. Das Schlittenhunderennen findet bei Minustemperaturen und Sturmwinden statt. Die gefühlte Kälte beträgt durch den Wind bis zu -73 Grad Celsius.

Nur erfahrene Schlittenhundeführer dürfen teilnehmen

Das Rennen ist ein sehr wichtiges und beliebtes Sportereignis in Alaska, und die Top-Musher und ihre Hundeteams sind lokale Berühmtheiten; diese Popularität wird mit dem Wiederaufleben der Freizeit-Mushing im Staat seit den 1970er Jahren gutgeschrieben.

Gestartet war man mit 50 Schlittenhundegespannen (Mushern) mit etwa tausend Hunden als lokales Ereignis. Heute nehmen Teilnehmer aus vierzehn Ländern an diesem Rennen teil. Die Stargebühr betrug im Jahr 2013 3000 US-Dollar. Aber das ist noch nicht alles. Auf die Teilnehmer kommen natürlich noch die Ausgaben für Anreise, Unterbringung und Ausrüstung zu. Nur erfahrene Schlittenhundeführer dürfen teilnehmen. Als Mindestbedingung für die erstmalige Teilnahme wird die Teilnahme am Yukon Quest oder diejenige an zwei anderen Rennen mit zusammen mindestens 500 Meilen gefordert.

Natürlich gibt es neben Ruhm und Ehre auch ein Preisgeld. Der Iditarod Sieger 2015 erhielt zum Beispiel die damalige Preisgeld-Rekordsumme von 70.000 US-Dollar. Über ein Preisgeld dürfen sich wohl die Top5 Musher des Rennens freuen.

Rekord Iditarod Rennen

Die Rennzeit beim Iditarod wird mit 8 bis ca. 15 Tage angegeben, wobei es natürlich auch Teilnehmer gibt, die eine längere Zeit für die Strecke benötigen. Zu den erfolgreichen Teilnehmern am Iditarod gehört Dallas Seavey, der 2016 die zweitschnellste Siegerzeit mit 8 Tagen, 11 Stunden, 20 Minuten und 16 Sekunden vorlegte. Dallas Seavey war 2012 mit 25 Jahren das erste Mal Sieger des Iditarod Trail Sled Dog Race gewesen, als jüngster Fahrer aller Zeiten. Erfolge beim Iditarod gehören aber in die Familie und so war 2017 sein Vater, Mitch Seavey, der älteste Gewinner in der Geschichte dieses Rennens mit 57 Jahren. Er benötigte 8 Tage, 3 Stunden, 40 Minuten und 13 Minuten. Damit unterbot er die Siegeszeit seines Sohnes aus dem Vorjahr und ist Rekordhalter. Dallas Seavey wurde beim 2017er Rennen zweiter mit zwei Stunden und 44 Minuten Rückstand auf seinen Vater. Sein Vater gewann das Rennen im Jahr 2017 bereits zum dritten Mal. Von 2012 bis 2017 wurden alle (6) Rennen von Vater (Mitch) oder Sohn (Dallas) Seavey gewonnen. Unterbrochen wurde diese familiäre Siegesserie dann 2018 durch den Norweger Joar Leifseth Ulsom, der für die Strecke 9 Tage und 12 Stunden benötigte.

Auch Frauen gewannen das harte Hundeschlittenrennen

Die erste Frau gewann das Rennen im Jahr 1985, es war die Musherin Libby Riddles. Schon 1986 gewann eine weitere Frau das Rennen und zwar Susan Butcher. Sie konnte ihren Erfolg drei Jahre in Folge wiederholen. Erster ausländischer Sieger dieses Hunderennes war der Schweizer Martin Buser im Jahr 1992.

Die meisten Siege

Neun Musher konnten mehr als ein Mal das Rennen gewinnen. Rekordhalter mit insgesamt fünf Siegen ist Rick Swenson, der 1977, 1979, 1981, 1982 und dann noch einmal 1991 den Iditarod gewinnen konnte. Auf Platz zwei bereits Susan Butcher, die vier Siege nach Hause fuhr (1986,87, 88 und 90).

  • Rick Swenson, 5 Siege, 1977, 79, 81, 82 und 91
  • Susan Butcher, 4 Siege, 1986, 87, 88, 90
  • Doug Swingley, 4 Siege, 1995, 99, 00, 01
  • Martin Buser, 4 Siege, 1992, 94, 97, 02
  • Jeff King, 4 Siege, 1993, 96, 98, 06
  • Lance Mackey, 4 Siege, 2007, 08, 09, 10
  • Dallas Seavey, 4 Siege, 2012, 14, 15, 16
  • Mitch Seavey, 3 Siege, 2004, 13, 17
  • Robert Sorlie, 2 Siege, 2003 und 2005

39 der insgesamt 46 Siege beim Iditarod gingen in die USA, vier in die Schweiz und drei nach Norwegen. Alle vier Siege unter Schweizer Flagge fuhr Martin Buser ein. Für Norwegen waren Robert Sorlie sowie Joar Leifseth Ulsom erfolgreich.

Gewinnerliste Iditarod Hundeschlittenrennen

Year Musher Leithund Siegeszeit
1973 Dick Wilmarth Hotfoot 20 Tage, 00:49:41
1974 Carl Huntington Nugget 20 Tage, 15:02:07
1975 Emmitt Peters Nugget uand Digger 14 Tage, 14:43:45
1976 Gerald Riley Puppy und Sugar 18 Tage, 22:58:17
1977 Rick Swenson Andy und Old Buddy 16 Tage, 16:27:13
1978 Dick Mackey Skipper und Shrew 14 Tage, 18:52:24
1979 Rick Swenson Quiz und Bowl 15 Tage, 10:37:47
1980 Joe May Wilbur und Cora Gray 14 Tage, 07:11:51
1981 Rick Swenson Andy und Slick 12 Tage, 08:45:02
1982 Rick Swenson Andy 16 Tage, 04:40:10
1983 Rick Mackey Preacher und Jody 12 Tage, 14:10:44
1984 Dean Osmar Red und Bullet 12 Tage, 15:07:33
1985 Libby Riddles Axle und Dugan 18 Tage, 00:20:17
1986 Susan Butcher Granite und Mattie 11 Tage, 15:06:00
1987 Susan Butcher Granite und Mattie 11 Tage, 02:05:13
1988 Susan Butcher Granite und Tolstoi 11 Tage, 11:41:40
1989 Joe Runyan Rambo und Ferlin the Husky 11 Tage, 05:24:34
1990 Susan Butcher Sluggo und Lightning 11 Tage, 01:53:23
1991 Rick Swenson Goose 12 Tage, 16:34:39
1992 Martin Buser Tyrone und D2 10 Tage, 19:17:15
1993 Jeff King Herbie und Kitty 10 Tage, 15:38:15
1994 Martin Buser D2 und Dave 10 Tage, 13:05:39
1995 Doug Swingley Vic und Elmer 10 Tage, 13:02:39
1996 Jeff King Jake und Booster 9 Tage, 05:43:13
1997 Martin Buser Blondie und Fearless 9 Tage, 08:30:45
1998 Jeff King Red und Jenna 9 Tage, 05:52:26
1999 Doug Swingley Stormy, Cola und Elmer 9 Tage, 14:31:07
2000 Doug Swingley Stormy und Cola 9 Tage, 00:58:06
2001 Doug Swingley Stormy und Peppy 9 Tage, 19:55:50
2002 Martin Buser Bronson 8 Tage, 22:46:02
2003 Robert Sørlie Tipp 9 Tage, 15:47:36
2004 Mitch Seavey Tread 9 Tage, 12:20:22
2005 Robert Sørlie Sox und Blue 9 Tage, 18:39:30
2006 Jeff King Salem uand Bronte 9 Tage, 11:11:36
2007 Lance Mackey Larry and Lippy 9 Tage, 05:08:41
2008 Lance Mackey Larry und Hobo 9 Tage, 11:46:48
2009 Lance Mackey Larry und Maple 9 Tage, 21:38:46
2010 Lance Mackey Maple 8 Tage, 23:59:09
2011 John Baker Velvet und Snickers 8 Tage, 18:46:39
2012 Dallas Seavey Guinness und Diesel 9 Tage, 04:29:26
2013 Mitch Seavey Tanner und Taurus 9 Tage, 07:39:56
2014 Dallas Seavey Beetle und Reef 8 Tage, 13:04:19
2015 Dallas Seavey Reef und Hero 8 Tage, 18:13:06
2016 Dallas Seavey Reef und Tide 8 Tage, 11:20:16
2017 Mitch Seavey Pilot und Crisp 8 Tage, 03:40:13
2018 Joar Leifseth Ulsom Russeren und Olive 9 Tage, 12:00:00

 

Historischer Iditarod Trail

Das Rennen hat einen historischen Hintergrund. Durch Alaska führt der Iditarod Trail (alter Name Seward-to-Nome Mail Trail), ein etwa 1600 Kilomter langes Wegesystem durch Alaska. Auf diesem Trail wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts während des Goldrausches sowohl Post als auch Güter transportiert.

Serum Run to Nome

1925 war in Nome eine Diphtherieepidemie ausgebrochen. Eine Hundeschlittenstaffel brachte dringend benötigten Impfstoff von Nenana nach Nome. Es war die einzige Möglichkeit, Medikamente in die eingeschneite, von zugefrorenem Meer umgebene Stadt zu bringen. An der Staffel nahmen 20 Mushers mit ihren Schlittenhunden teil. Sie bewältigten die Strecke von 1085 Kilometer, die von Nenana nach Nome führte in fünfeinhalb Tagen. Diese Hundeschlittenstaffel ging als Serum Run to Nome oder auch Great Race of Mercy in die Geschichte ein. Einig eder Musher und ihre Hunde genossen anschließend große Aufmerksamkeit in dem damals neuen Medium Radio, und Zeitungen in den gesamten Vereinigten Staaten berichteten über den Verlauf des Serumtransports. Balto, der Leithund des Gespanns, das die letzte Etappe nach Nome zurückgelegt hat, wurde mit einer Statue im New Yorker Central Park geehrt.

Serum Run to Nome Vorbild für Iditarod Hundeschlittenrennen?

Als in den 1970er Jahren das Iditoraod Hundeschlittenrennen quer durch Alaska ins Leben gerufen wurde, dachte man nicht an den Serum Run to Nome von 1908. Heute wird beides in Zusammenhang gebracht und häufig berichtet, dass dieses Rennen als ehrendes Gedenken an den historischen Iditarod Trail und die Männer und Hundeschlittengespanne durchgeführt werden. Immerhin gelangt so der Serum Run nach Nome und die wichtige Aufgabe der Hundeschlitten-Mannschaften von vor über 100 Jahren immer wieder in das Gedächtnis der Menschen. Übrigens: Nur das letzte Stück der Route des iditarod ab Kaltag führt über die gleiche Strecke wie der Serum Run.

Video mit historischen Aufnahmen von Balto


Balto, der Leithund der letzten Hundestaffel, wurde mit seinem Hundeführer später zur Berühmtheit. Er spielte später auch in einem halbstündigen Film mit dem Titel Balto’s Race to Nome mit. Den Film habe ich bei Youtube leider nicht gefunden, dafür aber diese Dokumentation mit teilweise historischen Bildern, auch von Balto. Im Jahr 1995 kam dann ein US-amerikanischer Zeichentrickfilm mit dem Titel „Balto – ein Hund mit dem Herzen eines Heldens“ auf dem Markt, der ebenfalls die Geschichte von Balto erzählt, wenn auch sehr von der ursprünglichen Geschichte abgewichen wird.

Snow Dogs

Es war nicht das einzige Gedenken in medialer Form an das Rennen. Der Autor Gary Paulsen nahm 1983 und 1985 selbst an dem Rennen teil und verarbeitete seine Erfahrungen dann in einem Buch. Dieses Buch diente dann als Vorlage für den Disney Spielfilm: Snowdogs – Acht Helfen auf vier Pfoten (Snow Dogs, 2001). Es handelt sich um einen Erlebnisbericht Iditarod, dem härtesten Hundeschlittenrennen der Welt. Das Buch von Gary Paulsen hatte den Titel: Winterdance. The Fine Madness of Running the Iditarod. Eine der Hauptrollen spielte dabei Cuba Gooding jun.

Der Ort Iditarod heute – Eine Geisterstadt

Vom Ort Iditarod haben der Iditarod Trail und das Iditarod-Hundeschlittenrennen ihren Namen. Iditarod liegt auf der Südroute dieses berühmtesten Schlittenhunderennens. Der Ort selbst wurde erst 1910 gegründet, zwei Jahre zuvor hatte ein Goldsucher in dieser Gegend Gold gefunden. Der Ort diente lange Zeit als Orientierungs- und Ausgangspunkt für den Goldrausch in dieser Gegend. 1930 waren die Goldvorräte in Iditarod erschöpft. Die Goldsucher zogen weiter. Die Einwohnerzahl wird heute mit 0 angegeben. Es ist eine Geisterstadt.

Webseite Iditarod The Last Great Race.

Termin nächstes Iditarod Rennen

Das nächste Iditarod Rennen findet im März 2019 statt. Start des Rennens ist Samsatg, 2. März 2019 um 19 Uhr (Westeuropäische Zeit), beendet ist das Rennen, wenn der letzte Musher mit seinem Hundegespann über die Ziellinie fährt.

Traditionell startet das Rennen immer am ersten Samstag im März.

Weitere Schlittenhunderennen

Das Schlittenhunderennen von iditarod ist nicht das einzige bekannte Rennen mit Hundegespannen auf Schnee. Aufgeführt sind in dieser Lisste Etappen- und Langstreckenrennen weltweit.

  • Alpentrail, Schweiz/Italien
  • La Grande Odyssée, Alpen
  • Beringia, Russland
  • Femund, Norwegen
  • Finnmarksløpet, Norwegen
  • Iditarod, USA
  • Pirena, Spanien/Frankreich
  • Yukon Quest, USA/Kanada
  • Trans Thüringia, Thüringer Wald, Deutschland