Für die einen sind es Designerhunde, andere nennen solche Hunde Hybridhunde und für einige sind es eigentlich nur eins: Mischlinge. Aber was unterscheidet einen Designerhund von einem Mischling und was zeichnet diese Hunde aus?

Designerhund - hier ein Labradoodle.
Labrador und Pudel ergeben den Labradoodle – den wohl beliebtesten Designerhund.

Was ist ein Designerhund?

Designerhund: Hybridhund oder doch Mischling?

Von einem Designerhund oder Hybridhund sprechen wir, wenn die Elterntiere dieses Hybriden zwei unterschiedlichen Rassen angehören. Zum Beispiel eben Labrador und Pudel (eine sehr bekannte Designer-Hund-Mischung). Außerdem sollte die Verpaarung geplant sein und kein Unfall:

  • Elterntiere gehören unterschiedlichen Hunderassen an.
  • Geplante Verpaarung.
  • Verpaarung hat ein Zuchtziel.

Ziel dieser geplanten Verpaarung zweier unterschiedlicher Rassehunde ist es, die positiven Eigenschaften dieser beiden Hunderassen zusammenzubringen. Bei der einen Hunderasse gefällt der Charakter, bei der anderen das Aussehen bzw. bestimmte Eigenschaften (nicht haarende Hunde).

Liste der bekanntesten Designer-Hunde

  • Labradoodle = Labrador x Pudel
  • Goldendoodle = Golden Retriever x Pudel
  • Cockapoo = American Cocker Spaniel x Pudel
  • Maltipoo = Malteser x Pudel
  • Morkie = Malteser x Yorkshire Terrier
  • Aussiedoodle = Australian Shepherd x Pudel
  • Schnoodle = Schnauzer x Pudel
  • Puggle = Mops x Beagle
  • Chiweenie = Chihuahua x Dackel
  • Buggle = Englisch Bulldog x Beagle
  • Doxiepoo = Pudel x Dackel
  • Yorkiepoo = Yorkshire Terrier x Pudel
  • Westiepoo = West Highland White Terrier x Pudel
  • Retromops = Mops x Jack Russell
  • Catahoula Bulldog = American Bulldog × Louisiana Catahoula Leopard Dog)

Designerhunde sind längst nicht nur mehr in den USA ein Megatrend. Auch bei uns sind die Designer-Dogs inzwischen im Kommen und sehr häufig.

Designerhunde mit Pudel – nicht haarende Hunde erwünscht

Der Liste der bekannten Designerhunde kann man entnehmen, der Pudel ist ganz besonders beliebt. Er ist der Hund, der eigentlich am häufigsten bei Designerhunden als ein Elterntier auftaucht. Das liegt an seinem Fell. Die Idee hinter den mit Pudel gemischten Kreuzungen bei den Designerhunden ist einfach. Man nehme einen Hund, der einen vom Charakter und den Anlagen her sehr gut gefällt, wie zum Beispiel den Labrador Retriever oder auch der Malteser und vermischt diesen mit dem lernfreudigen, braven und vor allem nicht haarenden Pudel. Heraus kommt ein Labradoodle oder eben ein Maltipoo und wenn sich die Pudelgene durchsetzen, dann ist es der ideale Hund für Allergiker. Soll es ein wenig kleiner sein als der Labrador, dann kreuzt man den Pudel eben mit dem Cocker Spaniel. Und erhält einen Cockapoo. Oder eben mit dem Malteser.

Wobei der Malteser auch recht beliebt ist, wie Ergebnisse namens Maltipoo (Malteser und Pudel) oder Morkie (Malteser und Yorkshiere Terrier) zeigen:

Hybridhunde Morkie Maltipoo
Der Morkie (Malteser und Yorkshiere Terrier) und der Maltipoo (Malteser und Pudel) sind ebenfalls Hybridhunde.

Nicht immer ist das Ergebnis beim Designen wie erwünscht

Allerdings ist die Verpaarung und Kreuzung keine ganze keine exakte Sache bzw. Mathematik, es kann eben passieren, dass die Pudelgene sich nicht durchsetzen und dann erhält man statt einem Designerhund einen haarenden Labrador-Pudel-Mischling.

Die Gentechnik ist zwar weit, aber es ist eben nicht möglich, vorab ganz genau zu sagen, welche Gene von der Mutter und welche vom Vater sich nun genau beim Nachwuchs durchsetzen werden. Zwar werden uns die Hybride als maßgefertigte Mischlinge verkauft, aber nicht immer hält sich Mutter Natur an unsere Vorgaben.

Mendelsche Regeln spielen mit

Allerdings macht man sich bei Designerhunden die erste Mendelsche Regel, die Uniformitätsregel, zunutze. Wonach man bei der ersten Generation (F1-Generation) eben ein weitgehend homogenen Phänotyp erwarten kann. Erst ab der zweiten Generation (F2-Generation) kann man kaum noch Vorhersagen über das ergebnis machen.

Neue Hunderassen auf Basis von Designerhunden

Viele der heute uns bekannten Rassehunde entstanden als Designerhunde oder Hybridhunde. Nicht immer stand als Kollege Zufall parat.

Die Idee, Hunde auf diese Weise zu züchten, ist keine neue Erscheinung. Als ältere Hybridhunde seien hier der Lurcher (Windhund × nicht-Windhund), der Longdog (Windhund × Windhund) oder der Catahoula Bulldog (American Bulldog × Louisiana Catahoula Leopard Dog) angeführt, die seit 100 Jahren und mehr so gezüchtet werden.

Hundezucht war immer schon gezielte Verpaarung von Hunden

Neu ist die Idee mit den Designerdogs dabei nicht. Schließlich gibt es die Hundezucht schon sehr viel länger. Und schon im 17. Jahrhundert wollte man Hunde mit bestimmten Eigenschaften erhalten. Zum Beispiel Hunde, die besonders gut darin waren, auf Schafe aufzupassen oder eben Hunde, die der Beute auch in ihren Bau folgen. Zwar hatte man keine Ahnung von der Gentechnik, aber man nahm eben die Hunde bzw. deren Nachkommen und züchtete mit denen, von denen man annahm, dass sie dem, was man am Ende erhalten wollte, am nächsten kam.

Deutscher Schäferhund – erster Designerhund?

Es gibt Forscher, die als ersten Designerhund den Deutschen Schäferhund ansehen. Und zwar war es der Freiherr Max Emil Friedrich von Stephanit der Ende des 19. Jahrhunderts einen universell einsetzbaren Gebrauchshund erschuff. Zu diesem Zwecke kaufte er 1898 von einem Zücher den dreijährigen Hektor von Linksrhein (umbenannt in Horand von Grafrath), der erste im Zuchtbuch des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) eingetragene Deutsche Schäferhund. Bei der Zucht nahm sich Max Emil Friedrich von Stephanit die Arbeitshunde der Schäfer zum Vorbild. Damit wäre aus einem Designerhund oder Hybriden am Ende eine neue Hunderasse geworden. Nicht falsch verstehen. Den Rassestandard für den Deutschen Schäferhund gab es da bereits seit 1891. Stephanitz waren aber in den Folgejahren daran beteiligt daraus einen Arbeitshund zu formen.

Eurasier-Zucht in den 1960er Jahren begann mit Hybridhunden

Auch im 20. Jahrhundert wurden neue Hunderassen geschaffen, in dem man Rassehunde über mehrere Generationen miteinander vermischte, um ein Ergebnis zu erhalten, das man vorab schon wollte. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Eurasier. Mit der Eurasier-Zucht wurde 1960 begonnen. Das Ziel war ein Familienhund. Gezüchtet wurde dieser aus Wolfsspitz, Chow-Chow und Samojede. Es dauerte mehrere Generationen, bis der Eurasier so war, wie man ihn haben wollte und heute hat er es geschafft und ist sogar als Hunderasse anerkannt.

Hunderasse Elo

Noch nicht geschafft hat es der Elo. Dieser wurde aus Eurasier, Bobtail und Chow-Chow gezüchtet. Später kamen noch Samojede und Dalmatiner hinzu. Ziel war es einen Familien- und Gesellschaftshund zu erhalten und als solcher ist er heute schons ehr beliebt. Da stört es wenig, dass dem Elo die Anerkennung als Hunderasse durch FCI und VDH fehlt. Begonnen wurde das Elo-Zuchtprojekt im Jahr 1987.

Der Name Elo leitet sich von den drei hauptsächlich daran beteiligten Hunderassen Eurasier, Bobtail und Chow ab. Zuvor wurde diese Hunderasse Eloschaboro genannt. Neben dem Elo gibt es auch noch den kleinen Elo. Hier wurden auch noch Kleinspitz, Mittelspitz, Pekinese und Japan Spitz in den Genpol aufgenommen.

Elos und Eurasier sind längst keine Designerhunde mehr

Auch wenn Elo und Eurasier irgendwann ihre Laufbahn als neue Hunderasse als Designerhunde begonnen haben, inzwischen sind beide als Rasse so stabil (und das betrifft Aussehen wie Charakter), dass sie längst nicht mehr als Designerhunde oder Hybriden gezüchtet werden. Um einen neuen Elo oder einen neuen Eurasier zu erhalten, wird eben ein Elo mit einem Elo oder eben ein Eurasier mit einem anderen Eurasier verpaart. Ebenso wie eben ein Labrador Retriever mit einem anderen Labrador Retriever verpaart wird, um einen neuen Labrador zu erhalten. Hier redet man von einer standardgemäßen Reinzucht. Beim bereits erwähnten Lurcher hingegen kommt es nicht zu dieser Reinzucht, es werden immer wieder mutmaßlich geeignete Hunderassen neu eingekreuzt. Das Ergebnis (Jagdtauglichkeit) soll eben stimmen.

Da der einzelne Designerhund selbst schon ein Mischling ist und daraus eben auch Mischlinge entstehen, lässt sich weder bei Wesen noch bei Aussehen vorherhersagen, was bei einer Verpaarung heraus kommt. Wundertüten eben. Das betrifft übrigens nicht nur Aussehen und Wesen, sondern auch die Gesundheit.

Bei einem Designerhund benötigt man also immer die Elterntiere der beiden beteiligten Rassen. Um einen Labradoodle zu erhalten eben einen Pudel und einen Labrador. Der unten genannte Lurcher ist hier sicherlich wieder ein Sonderfall.

Labradoodle auf dem Weg zu einer neuen Hunderasse?

Labradoodle - Designt aus Pudel und Labrador.
Labradoodle – Designt aus Pudel und Labrador.

Verpaart man aber zwei Labradoodle miteinander erhält man Mischlinge. Wobei Labradoodle kein gutes Beispiel ist, denn auch hier gibt es wohl Zuchtbemühungen einen wirklich neue Rasse zu schaffen. Ziel ist es, dass diese eben auch so stabil ist (Aussehen und eben Charakter), dass irgendwann ein Labradoodle verpaart mit einem anderen Labadoodle wieder einen Labradoodle ergibt. Das es solche Zuchtbemühungen gibt wundert nicht, denn der Labradoodle ist einer der beliebtesten Designerhunde überhaupt.

Puggle und Retromops ohne platte Nase des Mops

Gerade beim Puggle und dem Retromops (Mops x Jack Russel Terrier) werden aber auch Vorteile der Designerhunde gerade zu augenscheinlich. Auch im Puggle steckt der Mops (und Beagle) und viele reinrassige Möpse haben ja Probleme mit der viel zu kurzen Nase. Beim Puggle und beim Retromops gibt es diese Probleme aber nicht. Und so können beide Designerhunde gut atmen. Andere genetische Probleme können allerdings auftreten.

Lurcher

Nicht ganz so alt ist der Lurcher, ein Hybridhund aus zwei oder mehreren Hunderassen. Beteiligt ist dabei immer auch der Windhund. Dabei handelt es sich um eine Gebrauchskreuzung, bei dem besonders die jagdlichen Eigenschaften im Vordergrund stehen. Gerne eingesetzt werden diese Hunde auch zur Hasenhetze.

Catahoula Bulldog

Die Idee des Designerhundes ist nicht gerade neu. In den Vereinigten Staaten werden bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts der American Bulldog und der Louisiana Catahoula Leopard Dog miteinander gerkreuzt. Das Ergebnis dieser kurzhaarigen Hunde ist ein großer Hund mit einer Widerristhöhe von bis zu 66 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 45 Kilogramm. Vom FCI ist der in Deutschland eher unbekannte Catahoula Bulldog nicht anerkannt, allerdings von der animal Research Foundation (ARF) in den USA. Die ARF vergibt auch Stammbäume und Papiere für Catahoula Bulldogs, jedoch nur wenn die 50/50 Kreuzung eingehalten wird, alles andere ist nicht zugelassen. Ziel bei der Kreuzung von American Bulldog und Louisiana Catahoula Leopard Dog war wohl ein Gebrauchshund bzw. Arbeitshund, der auch als Begleiter und Beschützer eine gute Figur macht.

Kritik an Designer-Hunden

Nicht immer ist das Designer-Hund-Ergebnis ein gesunder Hund oder ein gesünderer Hund wie bei der Verpaarung von Mops und Jack Russel (Retromops) oder Mops und Beagle (Puggle). Manchmal stehen beim Designen auch Dinge im Vordergrund, wie das der neu geschaffene Hund in eine Handtasche passen sollte (Stichwort Hunde auf Bestellung). Nicht alle Designerhunde sind gesund, es kommt doch recht häufig auch zu Missbildungen. Daher schlagen auch Tierschützer Alarm und üben auch deutliche Kritik. Denn neben dem Auftreten von Missbildungen kann es eben auch passieren, dass ganz andere gesundheitliche Probleme auftreten: Wird eine kleine Hündin mit einem großen Hund verpaart (wobei die Verpaarung selbst kein Deckakt sein muss, sondern eben auch künstlich erfolgt), dann erfolgt meist keine natürliche Geburt, sondern eben ein Kaiserschnitt. Oder das Ergebnis ist ein kleiner Hund, der aber Zähne wie ein großer hat – womit das winzige Maul natürlich auch ein Problem hat.

Tipps für die Auswahl eines Designerhundes

Morkie - Designerhund aus Malteser und Yorkshire Terrier.
Morkie Welpe

Das Designerhunde so beliebt sind, ist sicherlich kein Zufall. Wer eine Hundeallergie hat, ist ja nicht allergisch gegen den Hund, sondern gegen Alergene, die eben besonders häufig mit den Hundehaaren verbreitet werden. Die Alternative ist dann ein Nackthund oder eben ein Hund, der so gut wie nicht haart, wie eben der Pudel oder auch der portugiesische Wasserhund.
Wobei man sich schon fragen kann, warum die Wahl dann nicht auf den Original-nicht-haarenden Pudel fällt, der ja vom Charakter her auch ein freundlicher, verschmuster und anhänglicher Zeitgenosse ist und als Familienhund ebenso eine gute Figur macht wie eben ein Labrador.

Wer aber dennoch einen Designerhund möchte, sollte bei der Auswahl einige Tipps beherzigen.

  • Zum einen sollte man ebenso wie bei jedem anderen Hunde bzw. Rassehundekauf sehr genau das Umfeld betrachten. Auch mit Designerhunden lässt sich viel Geld verdienen und damit tummeln sich auch in diesem Markt auch Vermehrerbetriebe. Und die haben vor allem den Profit und nicht den Hund im Blick.
  • Beim Züchter sollte man sich immer die Mutter zeigen lassen. Ist der Vater nicht vor Ort, sollte man sich zumindest von ihm erzählen lassen. Vielleicht gibt es ja sogar Bilder von ihm? Die Abwesenheit des Vaters ist übrigens gar nicht so selten, die wenigsten Züchter haben beide Elterntiere vor Ort. Das gilt auch bei der Zucht von Rassehunden.
  • Von beiden Elterntieren sollte ein Gesundheitszeugnis vorliegen. Und beide sollten als zuchttauglich vom jeweiligen Rasseverein beurteilt worden sein. Es macht schließlich keinen Sinn beispielsweise mit einem Labrador, der unter schwerer HD leidet oder der sonstiges zuchtausschließende Merkmale aufweist, und einem Pudel einen vorbelasteten Labradoodle hervorzubringen.
  • Man sollte sich zudem über beide Rassen gut informieren. Das gilt nicht nur für die Punkte Aussehen und Fellpflege, sondern eben auch für Wesen, Charakter und Gesundheit.
  • Der Züchter sollte sich unbedingt auch Zeit für die Beratung nehmen. Vor der Übernahme des Tieres, sollte man den Welpen auch tierärztlich untersuchen lassen.
  • Die Welpen sollte natürlich nicht zu früh abgegeben werden (es gibt keine besonders intelligent-reife Welpen, die mit sechs oder sieben Wochen so toll und besonders sind, dass sie Wurfgeschwister und Mutter verlassen wollten).
  • Der Züchter sollte auch Interesse am zukünftigen Zuhause seiner Welpen zeigen.
  • Gesunder Menschenverstand. Die Verpaarung eines Mini-Rassehundes mit einem Riesen-Rassehund ergibt nur selten Sinn. Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass der Verkäufer einem nur die guten Ergebnisse zeigt und anpreist und sicherlich nicht über die (missgebildeten) Fehlschläge berichtet.