Ist Kuscheln mit dem Hund gefährlich?

In vielen deutschen Haushalten mit Hund ist es üblich, der Hund darf nicht nur auf das Sofa, auch im Bett darf der Vierbeiner gerne schlafen. Und mancher Hundehalter schwört darauf, seinen vierbeinigen Liebling nachts neben sich leise schnarchen und atmen zu hören. Gedanken machte man sich meist eher wegen unliebsamer Parasiten wie Zecken und vor allem Flöhe, aber die Gefahr lauert inzwischen wohl auch ganz woanders, denn wie eine neue Studie nachgewiesen haben will, es gibt inzwischen auch Grippeviren, die von Hunden auf Menschen übertragen werden können. Wobei das Gefährliche nicht die Viren an sich sind, sondern dass es sich um Mutationen handelt.

Langzeitstude mit Hunden – Influenza vermischt sich zu neuen Virus

Eine Langzeitstudie soll darauf hindeuten, dass es zwei Influenza-Stämme gibt, die sich nicht nur miteinander vermischen können und so einen neuen Grippevirus bilden, sondern dass dieser neue Grippevirus eben dann auch von Hunden verbreitet wird. Dabei ist es eben auch möglich, dass die Viren von den Hunden auf die Menschen übergehen.

Nachdem im Jahr 2018 bereits im Fachmagazin mBio darüber berichtet wurde, sind es nun Forscher aus Südkorea, die auf diese Gefahr im Hundekörbchen hinweisen. Es ist wohl das Ergebnis einer 10-jährigen Studie, die nun veröffentlicht wurde. Bereits in den 2000er Jahren konnte nachgewiesen werden, dass die H3N2-Vogelgrippe auf Hunde übergehen konnte. In diesem Wirt entwickelte sich dieser Vogelgrippevirus dann zum Canine Influenza-Virus (CIV). Dieser H3N2-CIV konnte dann mit dem Schweinegrippe-Virus (H1N1/2009) wiederum ein neues Influenzavirus bilden. Dieser wird dann CIVmv genannt und als solcher kann er dann für den Menschen gefährlich werden.

Die Forscher in Südkorea unternahmen dann Versuche mit Frettchen. Denn Frettchen haben Rezeptoren, die denen von uns Menschen sehr ähnlich sind. Aus diesem Grund werden Frettchen bei Tierversuchen genutzt, um herauszufinden, wie sich eine Übertragung und auch Verbreitung beim Menschen auswirken können. Frettchen gelten als ein verlässliches experimentelles Modell für eine solche Risikoabschätzung.

CIVmv-Stamm kann menschen gefährlich werden

Am Ende stellten die Wissenschaftler dann fest, dass Hunde, die mit dem neuen CIVmv-Stamm infiziert waren und auch die Frettchen typische Symptome einer Atemwegserkrankung aufwiesen: Verstopfung, Atemnot, Husten, Niesen, tränende Augen und auch Lethargie sowie Appetitverlust. Zusätzlich wurde beobachtet, dass sich der neue Erreger zwischen den Frettchen schnell ausbreitete.

Da Hunde und andere Haustiere eine Quelle für neuartige humane Influenza-Stämme sein können, forderten die südkoreanischen Wissenschaftler nun eine stärkere Überwachung unserer tierischen Begleiter. Bisher hörte man in den Nachrichten immer Schweinegrippe und Vogelgrippe. Da der Mensch aber viel öfters in Kontakt mit Hunden und auch Katzen komme, sollte dieses potenzielle Risiko nicht unterschätzt werden.

Zoonosen

Krankheiten und Infektionen, die natürlicherweise zwischen Wirbeltieren (wie eben Hunde und Katzen) und Menschen übertragen werden, werden Zoonosen genannt. Dabei können die Erreger bei Mensch und Tier dieseleben Symptome auslösen. Wie kann eine solche Übertragung stattfinden?

  • Direkter Kontakt zwischen Mensch und Tier (direkte Zoonose)
  • Über Mücken und Zecken (Saprozoonose)
  • Verzehr tierischer Produkte (Milch, Fleisch)

Die Übertragung erfolgt Viren, Bakterien, Parasiten oder Pilze. Eine sehr bekannte Krankheit, die von Hunden, Katzen und Wildtieren auf den Menschen übertragen werden kann, ist sicherlich die Tollwut (Rhabdovirus). Ebenso bekannt sind sicherlich auch Salmonellen und Borrelien. Viele Schwangere halten sich von Katzen fern. Der Hauptgrund ist die Angst sich mit Toxoplasmose zu infizieren. Für gesunde Menschen kein Problem und die meisten Menschen dürften auch immun sein, aber wenn eine Schwangere gegen diesen Erreger noch nicht immun ist, kann es gefährlich für das Kind werden.

Quellen:

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