Dobermann Hündin mit unkopierten Ohren.
Dobermann Hündin mit unkopierten Ohren.

Dobermänner – der Größte der Pischer. Auch Doberman-Pinscher (USA).

Der Dobermann (in den USA und in Kanada auch Doberman-Pinscher) gehört zu den mittelgroßen Hunderassen.

Vom Charakter ist der Dobermann nicht nur durchaus freundlich und anhänglich, er gilt eben auch als loyal, intelligent und furchtlos. Kindern gegenüber ist der Dobermann meist aufgeschlossen. Echte Dobermänner benötigen unbedingt ihr Rudel, dass eben aus Herrchen und/oder Frauchen sowie weiteren Familienmitgliedern wie Kindern bestehen kann. Dabei ist der Dobermann grundsätzlich gerne mit dabei. Er mag es weder lange alleine gelassen noch eingesperrt zu werden.

Ein Dobermann sollte stehts körperlich wie auch kopfmäßig ausgelastet werden, da er unterbeschäftigt dazu neigt, sich selbst zu beschäftigen und dann auch unerwünschtes Verhalten zeigt. Das kann leider so weit gehen, dass er auch einen aggressiven Charakter entwickeln kann. Leider wurde das Bild des Dobermanns durch solche vernachlässigten Hunden geprägt und so findet sich diese wunderbare Hunderasse leider auch als Listenhund wieder und wird damit als gefährlich eingestuft. Dies ist in Brandenburg so und auch in neun der dreizehn Kantone der Schweiz (hier werden Rasselisten geführt, steht ein Hund auf dieser, dann ist seine Haltung bewilligungspflichtig).

Ein Anfängerhund ist der Dobermann nicht. Er benötigt eine konsequent-liebevolle Erziehung (dieser Hund lernt schnell). Dank seiner Intelligenz ist er nicht nur für viele Hundesportarten geeignet, er kann auch als Therapie- und Blindenführhund eingesetzt werden.

Wesen und Charakter des Dobermanns

Der Dobermann ist anhänglich und treu. Dieser Rassehund ist aufgeschlossen und neugierig und dabei auch noch intelligent. Diese Neugierde kann dazu führen, dass der Dobermann vor lauter Tatendrang durchaus auch Herrchen oder Frauchen vergessen kann. Neben Mut und Unerschrockenheit ist dem Dobermann auch Arbeitswille und Einsatzbereitschaft zu eigen.

Diese Hunde gelten außerdem als aufmerksam und hartnäckige loyale Begleiter und Wachhunde.

Aber nicht jeder Hund ist wie der andere. Gerade beim Dobermann variiert die Persönlichkeit doch sehr stark, eine gute Erziehung ist daher unbedingt vonnöten. Bei artgerechter und rassegerechter Halterung und bei entsprechender Erziehung und Auslastung gelten Dobermänner im Allgemeinen als liebevolle und anhängliche Begleiter.

Als persönlicher Schutzhund wurde der Dobermann ursprünglich wegen dieser Eigenschaften gezüchtet: er musste groß und einschüchternd sein, furchtlos und bereit, seinen Besitzer gegen Angreifer (insbesondere andere Wachhunde) zu verteidigen, aber ausreichend gehorsam und zurückhaltend, um dies nur auf Befehl zu tun. Die ursprünglich angezüchtete Aggression wurde im Laufe der Jahr durch die Zucht zwar abgemildert, dennoch ist der moderne Labrador heute noch energisch, wachsam, furchtlos und (bei guter Erziehung und artgerechter Haltung) gehorsam.

Intelligenz

Bei der Frage, wie intelligent eine bestimmte Hunderasse ist, werden mit Hilfe einer Reihe von zu lösenden Aufgaben sowohl Lernen, Problemlösung als auch Kommunikation bewertet. Entsprechende Untersuchungen bzw. Studien haben wohl ergeben, dass der Dobermann bzw. der Doberman-Pinscher (wenn die Studie in den USA durchgeführt wurde) mit zu den intelligentesten Hunderassen gehört. Ähnlich gute Werte haben auch der Border Collie, der Pudel, der Deutsche Schäferhund, der Rottweiler und auch der Golden Retriever erzielt. Diese Hunderassen gelten alle als sehr trainierungsfähig.

Gute Wachhunde

Dank seiner Loyalität und seinem Selbstbewusstsein gilt der Dobermann auch als guter Wachhund und als guter Schutzhund. So eingesetzt zeigten diese Fellnasen ein unerschrockenes Verhalten und auch den Willen, das eigene Revier (und damit eben auch häufig das Eigentum ihres Herrchen bzw. Frauchen) zu schützen und vor allem auch zu verteidigen.

Der Dobermann hat dabei eine mittlere Reizschwelle.

Aussehen Dobermann

Beim Dobermann fällt sicherlich als erstes das glänzende Fell mit seiner eleganten Statue auf. Eine ganz typische Farbei beim Dobermann ist dabei ein schwarzes Fell mit rotbraunen Abzeichen. Es gibt diesen Hund aber auch dunkelbraun mit rotbraunen Abzeichen. Weitere Farben sind: isabell (ein schmutzig grau), blau und weiß. Diese Färbungen sind aber, zumindest in Deutschland, von der Zucht ausgeschlossen. Früher waren die Ohren auf Klein, Spitz und Stehend kupiert, in Natur sind sie mittelgroß, abgerundet und vor allem hängend. Vom Aussehen her ist der Dobermann idealerweise ein mittelgroßer, kräftig und dabei auch muskulös gebauter Hund. Dabei wirkt ein Dobermann nie wie ein stumpfes Muskelpaket, der Körper ist elegant. Um dem Rassestandard zu genügen, sollte dieser Hund vom Körperbau fast quadratisch erscheinen.

Rute und Ohren

Die Rute ist ziemlich lang. Beim Kupieren wird bzw. Wurde ein Großteil der Rute kurz nach der Geburt operativ entfernt. Historisch wurden Hunde kupiert, um sie nicht bei der Arbeit zu behindern. Heute ist das Kupieren höchst umstritten, daher wurde das Kupieren der Rute (wie auch der Ohren) inzwischen beim FCI aus dem Rassestandard gestrichen. Ähnliches gilt inzwischen auch für das Kupieren der Ohren. Dies wurde früher gemacht, da es angeblich für die Funktionalität als Wachhund wichtig war, da mit kupierten, stehenden Ohren, der Hund besser hören könne.

Weißer Dobermann

1976 wurde ein „weißer“ Dobermann Pinscher geworfen und anschließend mit ihrem Sohn verpaart, der ebenfalls mit seinen Wurfschwestern verpaart wurde. Diese enge Inzucht dauerte eine Zeitlang an, um den Züchtern zu ermöglichen, die Mutation zu „fixieren“. Weiße Dobermann-Hunde sind eine cremefarbene Farbe mit weißen Abzeichen und blauen Augen. Obwohl dies mit Albinismus übereinstimmt, ist die genaue Charakterisierung der Mutation derzeit noch nicht bekannt. Die Tiere sind allgemein als Tyrosinase-positive Albinoide bekannt, denen das Melanin in den okulokutanen Strukturen fehlt. Dieser Zustand wird durch eine partielle Deletion im SLC45A2-Gen verursacht.

Unterschiedliche Rassestandards

Es gibt neben dem Rassestandard des FCI noch den des AFC (Amerikanischer Hundeverband, American Kennel Club). Die Unterschiede zwischen den Rassehunden dieser verschiedenen Verbänden liegen vor allem im Aussehen, der Standard des FCI sieht einen größeren und schweren Dobermann vor als der AFC. Beim AFC wird diese Hunderasse auch als Doberman-Pinscher geführt, es gibt Stimmen, die diese beiden Gruppen von Hunden unterschiedlich bewertet sehen wollen.

So sollen Doberman-Pinscher und Dobermann sich – in Folge der unterschiedlichen Zuchtstrategien auf beiden Seiten des Ozeans – im Wesen unterscheiden. Der amerikanische Vertreter aus dem Haus Dobermann soll ein ruhigeres und gleichmäßigeres Temperament haben als das Gegenstück in Europa.

Der Name und Zuchtgeschichte

Benannt wurde diese Hunderasse nach Friedrich Louis Dobermann (1834-1894), dem ersten bekannten Züchter dieser Hunde. Für seine Zucht paarte Herr Dobermann, übrigens ein Steuereintreiber, einige besonders angstfreie und mutige Hunde. Unter diesen Hunden war auch Schnuppe, seine Lieblingshündin. Diese war ein Mischling aus den rund um den Wohnort von Friedrich Louis Dobermann vorkommenden Hunden. Schnuppe soll mausgrau gewesen sein und dabei weder Schäferhund noch Pinscher. Eben diese Hündin paarte er mit einem Fleischerhund (diese zählen wohl auch zu den Vorfahren des Rottweilers). Mit dazu kam noch eine Art Schäferhund, Bastarde aus Pinscher- und Jagdhundrassen und einen Greyhund. Eben dieser Greyhound (Windhund) sorgte dafür, dass der Dobermann auf die schlanke (und elegante) Linie kam. Das Ergebnis dieser Zucht war ein Gebrauchs-, Arbeits- und Wachhund. Der nicht schwerfällig wirkt und bei dem auch ein gleichmäßiger und anmutiger Gang vorherrschen sollte.

Polizeihunde und andere Aufgaben für den Dobermann

Schon bald begann diese neue Hunderasse eine Karriere als Polizeihund (daher auch der Beiname Gendarmenhund). Natürlich bekam der Dobermann auch eine Aufgabe bei der Jagd, hier diente er meist zur Bekämpfung des Raubwildes. In den Weltkriegen dienten diese Hunde ebenfalls. Sie kamen auf Seiten der Deutschen vor allem als Melde-, Minensuch- und Sanitätshunde zum Einsatz. Im 2. Weltkrieg bzw. im Dritten Reich leider auch als Diensthunde in Konzentrationslagern.

Gesundheit und Lebenserwartung

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Dobermanns wird mit 10 bis 13 Jahren angegeben. Es gibt leider eine Reihe von Rassetypischen Erkrankungen wie die dilatative Kardiomyopathie (DCM, Dobermann Kardiomyopathie). Dabei handelt es sich um eine sehr aggressive Form der Herzerkrankung. Siehe auch Dobermann DCM Gentest.

Weitere Probleme sind:

  • Kongenitale Vestibularsyndrom (hier ist das Innenohr betroffen, das führt zu Gleichgewichtsstörungen und Taubheit).
  • Wobbler-Syndrom (Nervenschädigung im Bereich des Rückenmarks).
  • Hüftgelenksdysplasie (HD).
  • Von-Willebrand-Krankheit (Blutgerinnungsstörung).
  • Dancing Dobermann Disease (seltener, neurologische Erkrankung).

Diese Liste bedeutet nicht, dass ein Dobermann zwangsläufig an eine dieser aufgeführten Krankheiten leiden muss. Es bedeutet nur, dass die Wahrscheinlichkeit eben höher ist, als bei vielen anderen Hunderassen. Gerade bei der Von-Willebrand-Krankheit sollen auch Gentests in der Zucht dafür sorgen, dass diese Erkrankung zurückgedrängt wird.

Popularität des Dobermanns

In den USA wird der Doberman-Pinscher beim AKC auf Platz 16. Der populären Hunde (2017) geführt. In der Welpenstatistik des VDH reicht es allerdings nicht für eine so gute Platzierung, hier findet man ihn erst auf Platz 43 wieder, irgendwo zwischen Weimaraner, diversen Terriern, dem Irish Wolfhound und dem Australian Shepherd.

Populär waren Dobermänner während des 2. Weltkriegs wegen ihrem Einsatz als Wachhunde bzw. Diensthunde auf beiden Seiten. 1972 spielten Dobermänner eine Hauptrolle im US-amerikanischen Film The Doberman Gang. Nachdem diese Hunde in den Jahren 1939, 1952, 1953 und 1989 Ausstellungen des Westminster Kennel Clubs gewonnen haben, stieg ihre Popularität jeweils.

Berühmte Dobermänner

  • Zeus und Apollon aus Magnum, die treuen Hüter von Mr. Higgins, die Magnum eins um andere Mal mit ihrer Wachsamkeit das Leben schwer machen, sind wohl die berühmtesten Dobermänner.
  • Graf Belling v. Grönland, war der erste registrierte Dobermann im Jahre 1898.
  • Cappy war ein Dobermann, der während des 2. Weltkrieges das Leben von 250 US-Marines rettete, als er sie vor den japanischen Soldaten warnte. Cappy wurde später, mit 24 anderen
  • Dobermann-Hunden im Juli 1944 im Kampf mit dem US-Marine Crops auf Guam, durch eine japanische Granate getötet. Er war der erste Hund, der auf dem späteren Kriegshundefriedhof begraben wurde und er ist selbstverständlich auch, in Bronze, auf dem Kriegshunde-Denkmal de 2. Weltkriegs dargestellt.
  • Ch. Rancho Dobe’s Storm, gewann 1952 und 1953 die Westminster Hundeausstellung als Best in Show.
  • Bingo von Ellendonk, erster Dobermann mit 300 Punkten (eine perfekte Wertung) als Schutzhund.

Dobermann Steckbrief

Die wichtigsten Daten zum Dobermann im Überblick. Ein Steckbrief dieser furchtlosen und energischen Hunderasse.

  • Charakter Dobermann: Gehorsam, loyal, selbstbewusst, intelligent, konzentriert, furchtlos und energisch.
  • Dobermann-Fell: Das Fell ist kurz, hart, dicht und ohne Unterwolle. Was seine Vorteile hat, denn was ein Hund nicht hat, kann er auch nicht in der Wohnung verteilen. Allerdings sollte man als Halter im Winter Rücksicht auf das kurze Haar seines Dobermanns nehmen.
  • Fellfarben: Schwarz oder braun mit rostroten Abzeichen an Kopf, Brust und Beinen.
  • Fellpflege: Mit seinem kurzen Fell hat man nicht wirklich viel Arbeit. Fast wollte man sagen, ab und an ein wenig Polieren reicht aus.
  • Lebenserwartung Dobermann: 10 bis 13 Jahre
  • Herkunft: Deutschland
  • Gewicht: M: 40 bis 45 Kilogramm ♂ Rüde: 68 – 72 cm ♀ Hündin: 63 – 68 cm
    W: 32 bis 35 Kilogramm ♂ Rüde: 40 – 45 kg ♀ Hündin: 32 – 35 kg

Beim FCI eingeordnet

Ja, laut FCI hat der Dobermann den Rassestandard 143. Er gehört zur Gruppe 2, Sektion 1 und da zu den Pinschern und Schnauzern. Wobei der Dobermann optisch durchaus Ähnlichkeiten mit dem Zwergpinscher hat, zumindest, wenn dieser auch noch die gleiche Fellfärbung (schwarz, rotbraun hat). Ansonsten sieht der Dobermann aus wie ein wirklich großer Zwergpinscher oder dieser eben, wie ein Minidobermann (weswegen der Minpin auch ab und an Minidobermann genannt wird).

Änderung des Rassestandards 2015

Normalerweise hat der Dobermann Schlappohren und eine dünne Rute. Lange war es Brauch sowohl Rute als auch Ohren zu kupieren. Dies gehörte auch lange zum FCI Rassestandard. Inzwischen gilt das Kupieren (ein beschönigendes Wort für Amputieren) nicht nur als unfein, es ist auch offizielle verboten (in Deutschland seit 1987, Ohren, bzw. 1998, Rute). Der FCI hat inzwischen auch den Rassestandard angepasst und so gilt nun der naturbelassene Hund, beim Dobermann eben mit Schlappohren und Rute, als korrekte Züchtung.

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