Bluttransfusion beim Hund. Hund beim Tierarzt.
Fragen und Antworten rund um Hunde, Blutgruppe und Blutspenden. Bluttransfusion beim Hund.

Fragen und Antworten rund um Hunde, Blutgruppe und Blutspenden. Ein paar Fragen rund um die Blutgruppen bei Hunden und die Hunde-Blutspenden. Eine Blutbank für Hunde (und Katzen) gibt es zum Beispiel in Deutschland inzwischen Berlin. Außerdem gibt es eine länderübergreifende Datenbank, in der potentielle Blutspender registriert sind. Organisiert wird diese vom gemeinnützigen Verein Weiße Pfoten in Liederstädt (Sachsen-Anhalt).

Bluttransfusion bezeichnet die intravenöse Gabe (Übertragung bzw. Infusion) von Erythrozytenkonzentraten (Erythrozyten = rote Blutzellen) oder (heute sehr selten) von (Voll-)Blut.

Wann ist eine Bluttransfusion für Hunde nötig bzw. wichtig?

Natürlich kann es zu Operationen und Notoperationen kommen, bei denen ein Hund dringend Blut benötigt. Dann wird eine Bluttransfusion nötig. Jeder starke Blutverlust nach Trauma, Operation und Geburt kann dies nötig machen.

In akuten Notfällen, z.B. bei Autounfällen, plötzlich auftretender Anämie, Vergiftungen mit Rattengift, hoher Blutverlust durch Beißereien o.ä.

Aber es gibt auch Krankheiten, die eine Bluttransfusion notwendig machenkönnen wie zum Beispiel Anämien mit klinischen Problemen: Tachykardie, Tachypneu, Mattigkeit.

Zudem kann eine Transfusion bei hämolytischen Anämien notwendig werden wie immunvermittelte hämolytische Anämie (IMHA) oder Babesia canis Infektion).

  • Nach starkem Blutverlust (Traum, Operation, Geburt).
  • Krankheiten (Anämien mit klinischen Problemen)
  • Hämolytische Anämien (IMHA, Babesia canis Infektion)

 

Warum kann es wichtig sein, die Blutgruppe zu wissen?

In einem Notfall spart man so natürlich Zeit. Wobei natürlich eine Erstransfusion meist unbedenklich ist und es nicht zu Komplikationen kommt. Wichtig kann die Blutgruppenbestimmung auch in der Zucht sein, denn eine DEA 1.1. positive Mutter kann für ihr DEA 1.1. negatives Welpen zur Gesundheitsgefahr werden. Insbesondere wenn der Hund bereits Empfänger einer Blutspende gewesen ist, sollte man die Blutgruppe wissen.

Wie oft kann ein Hund Blutspenden?

Ein Hund, zumindest wenn er gesund und groß genug ist, kann ohne Gefahr für sich selbst im Jahr drei bis vier Mal Blut für andere Hunde spenden.

Welche Hunde kommen als Blutspender in Frage?

Ein Hund sollte ausgewachsen (das Mindestalter wird meist mit einem Jahr angegeben), gesund und am besten auch noch ruhig sein, um als Blutspender in Frage zu kommen. Als Altersempfehlung wird meist ein bis neun Jahre angegeben. Ein fitter zehnjähriger Hund kann aber sicherlich auch noch spenden, insbesondere in einem Notfall. Wir hatten auch schon den Fall, dass unsere zwölfjährige Hündin für unseren zehnjährigen Hund spenden konnte. Sie hat es unbeschadet überstanden, die kleine Heldin. Hier muss man zwischen den Anforderungen einer Blutbank für Hunde und der manchmal gegebenen Notwendigkeit in einer Notlage unterscheiden. Im Zweifelsfall trifft man als Hundehalter in Absprache mit dem Tierarzt diese Entscheidung.
Einem Pekinesen oder Chihuahua Blut abzunehmen macht selbst, wenn es eine Blutspende für einen anderen kleinen Hund sein soll, recht wenig Sinn. Meist gilt als Richtwert ein Mindestgewicht von 20 Kilogramm für eine Blutspende.

Außerdem sollte ein Hund nicht nur entwurmt, sondern auch regelmäßig geimpft sein und natürlich keine Medikamente bekommen.

Eine Besonderheit gibt es noch, die Blutspenden in Deutschland betrifft. Hier sind Hunde, die aus dem südlichen Ausland kommen, nicht gerade erste Wahl. Einige Hunde Blutbanken lehnen diese auch ab. Grund sind gefährliche Parasiten und Krankheiten, die nun mal rund ums Mittelmeer verbreitet sind, wie zum Beispiel die gefürchtete Leishmaniose.

Zudem sollte Hunde natürlich nicht an Borreliose, Babesiose und anderen Infektionskrankheiten leiden bzw. erkrankt sein.

  • Für Blutbanken ein bis 9/10 Jahre.
  • Gesund. Entwurmt. Geimpft. Regelmäßig.
  • Der Hund sollte für eine Blutspende keine Medikamente bekommen.
  • Mindestens 20 Kilogramm.
  • Die letzte Blutspende muss mindestens zwei Monate zurückliegen (teilweise auch drei Monate gefordert).
  • Nicht aus Leishmaniose-Risikogebieten rund ums Mittelmeer stamend. Als Ausschlusskriterium gilt hierbei sogar ein Urlaub im südlichen Europa.
  • Der Spender sollte selbst noch kein Blutprodukt erhalten haben (Empfänger gewesen sein, wohl wegen der Antikörper).
  • Der Hämatokrit-Wert sollte mindestens 35 Prozent liegen.
  • Der Hund sollte in der Lage sein, still zu sitzen.

Es gibt auch Blut spendende Katzen. Diese sollten mindestens vier Kilogramm schwer sein und in der Wohnung gehalten werden. Bei Katzen nimmt man gar nicht erst an, dass sie ruhig bleiben würden,d iese bekommen meist eine Beruhigungsspritze.

Wie läuft die Blutspende beim Hund ab?

Der Hund wird dafür auf einen Tisch gelegt, und zwar auf die Seite. Dann wird ein kleiner Bereich am Hals rasiert und eine Nadel eingeführt, um das Blut zu entnehmen. Eine weitere Möglichkeit ist die Blutentnahme über die Hundepfote. Es gibt Hunde, die nach der Blutspende etwas wacklig daher kommen, den meisten macht diese aber nichts aus. Manchmal wird ein leichtes Beruhigungsmittel gegeben.

Wie viel Blut wird bei einer Blutspende entnommen

Einem großen Hund wird meist eine Blutspende von ca. 450 ml (bzw. 300 bis 500 ml je nach Größe) entnommen. Die Prozedur des Spendens dauert meist zwischen 20 und 40 Minuten.

Wie lange halten sich Hunde Blutkonserven?

Konserven mit Hundeblut halten sich ca. 30 Tage.

Arten von Blutspenden

Auch beim Hund gibt es Eigenblutspenden und Fremdblutspenden. Bei der Fremdblutspende kann es durchaus vorkommen, dass ein anderer Hund quasi auf Zuruf zum Spender wird. Das kann ein Zweithund sein oder auch ein Hund von Bekannten.

  • Eigenblutspende.
  • Fremdblutspende.
  • Spenderhund ist vor Ort.

Das Blut einer Spende wird meist in seine zwei grundlegenden Bestandteile aufgeteilt und zwar in rote Blutkörperchen und Blutplasma. Damit kann eine Blutspende gleich zwei andere Hundeleben retten.

Welche Blutgruppen sind gesucht?

Bei einer Ersttransfusion spielt die Blutgruppe keine große Rolle, hat ein Hund aber bereits einmal Blut gespendet bekommen, dann hat er Antikörper gebildet und so sollte die Blutgruppe passen. Wer seinen Hund bei einer Blutbank Blut spenden lässt, wird dort sicherlich die Blutgruppe seines Hundes erfahren. Gesucht werden wohl Hunde, die DEA 1.1 negativ sind. Blut von diesen Hunden wird wohl besonders häufig gesucht.

Welche Hunde sind als Blutspender gefragt?

Hier muss man zwei Dinge unterscheiden:

  • Wie gefragt das Blut ist. Wie beim Menschen gibt es auch Universalspender, deren Blut für alle anderen Hunde passend ist.
  • Als wie einfach die Hunderasse gilt – Geduld und Ruhe sind hier beim Spenden gefragt.

So haben Galgos (das ist eine spezielle Windhunderasse in Spanien) die so begehrte universelle Blutgruppe DEA 1.1. Das macht den Galgo natürlich zum perfekten Spender, was sein Blut angeht. Allerdings sind Galgos häufig recht nervöse Hunde. Sehr beliebt ist was das Thema Ruhe und Geduld beim Blutspenden betrifft als Spender der Labrador Retriever. Denn der Labrador Retriever gilt aufgrund seines Charakters und ruhigen Temperaments eben als idealer Spender von Blut. Denn meist ist bei den Labradoren die Blutentnahme ohne großen Aufwand möglich. Es gibt aber auch Hunderassen, die als Blutspender eher gemieden werden. Hier zählt der Akita Inu (eine Hunderasse aus Japan) dazu, denn diese Rasse hat wohl eine recht hohe Konzentration an intraerythrozytäre Kalium im Blut. Das ist nicht günstig für andere Empfänger.

Wird das Blut direkt von Hund zu Hund übertragen?

Das Blut kommt in einen Plasmabeutel und wird darin durch Bewegung und Kühlung frischgehalten. Aus diesem Beutel erfolgt dann die Blutspende. Früher wurde das Blut auf Spritzen gezogen und dann verabreicht.

Gibt es eine Blutbank für Hunde?

Beim Menschen, zumindest wenn er keine außergewöhnliche Blutgruppe hat, ist es recht einfach. Steht eine Operation an, wird Blut bei der Blutbank bestellt (vereinfacht ausgedrückt). Bei Hunden ist es nicht ganz so einfach, es gibt zwar auch Blutbanken für Hunde, wenn es schnell gehen muss, zum Beispiel bei einer Notoperation, sind diese häufig aber zu weit weg. Die beste Blutbank ist dann ein anderer Hund, der Blutspenden kann. Da bei einer ersten Transfusion die Blutgruppe keine Rolle spielt, ist diese Vorgehensweise nicht nur häufig üblich, sondern auch erfolgversprechend.

Blutbanken für Hunde bzw. Tiere im Ausland

Auch im Ausland gibt es Blutbanken für Tiere. Am Beispiel Spanien zeigen sich hier auch einige Fortschritte. Vor über einem Jahrzehnt gab es gerade einmal eine Blutbank für Tiere in Madrid. Nun sind Blutbanken über das ganze Land verteilt, nur auf den Kanarischen Inseln sucht man diese weiterhin vergebens.

Hier eine Übersicht der Centros BSA (BSA Banco de Sangre animal) in Spanien. Eine solche Blutbank gibt es inzwischen auch auf der Insel Mallorca.

Haben alle Hunde die gleiche Blutgruppe?

Nein. Allerdings kann einem das so vorkommen, wenn man zum Beispiel beim Tierarzt mitbekommt, dass ein großer Hund für eine Blutspende für einen anderen Hund gesucht wird, und die Blutgruppe dabei keine Rolle zu spielen scheint. Zwar haben Hunde nicht alle die gleiche Blutgruppe, sie haben aber eben keine vererbten Antikörper. Diese würden sich erst nach einer Bluttransfusion bilden. Hatte ein Hund noch nie eine solche Bluttransfusion, dann kann er auch von anderen Hunden eine Spende bekommen – unabhängig davon, ob die Blutgruppen übereinstimmen. Das gilt allerdings nur für die Ersttransfusion, dass es hier eben nicht zu transfusionbedingten Hämolysen kommen wird, bzw. damit zumindest nicht zu rechnen ist.

Welcher Spender für welchen Empfänger?

  • DEA 1.1. negativ:
    • Empfänger DEA 1.1. negativ
    • Empfänger mit nicht bekannter oder nicht eindeutiger Blutgruppe
    • DEA 1.1. positiv.
  • Spender Blutgruppe nicht bekannt:
    • Empfänger DEA 1.1. positiv (Universalempfänger)
  • Spender DEA 1.1. positiv:
    • Empfänger DEA 1.1. positiv

Was passiert wenn das falsche Blut transfundiert wird?

Bei einer Ersttransfusion passiert im Regelfall nichts. Wenn aber bei einer weiteren Blutspende ein DEA 1.1. negativer Hund DEA 1.1. positives Blut transfundiert bekommt, dann bildet der negative Hund Antikörper gegen das DEA 1.1. Antigen auf den Erythrozyten in dem Blut welches im zugeführt wird. In der Folge kommt es dann meist zu einer lebensbedrohlichen Zerstörung der roten Blutkörperchen. Der Hund kann in der Folge daran sterben.

Können Menschen Tieren Blut spenden? Menschliches Blut für den Hund?

Nein. Gerade Hundeblut hat eine völlig andere Zellstruktur.

Vorteile für Blutspender-Hunde

Spenden wir als Menschen Blut gibt es meist einen Orangensaft und teilweise ein paar Euro. Als Hundehalter tut man nicht nur etwas Gutes, im Regelfall wird bei der Blutspende für eine Blutbank im Rahmen des Prozedere auch eine ausführliche Untersuchung des Spendertieres unternommen. Die eine oder andere Blubank wirbt auch damit, dass man kostenlos nicht nur eine klinische Untersuchung des Hundes vor jeder Spende erhält sondern auch ein aktuelles Blutbild. Bei Erstspendern gehen die Untersuchungen meist sogar noch weiter. Mindestens kann man sich aber erhoffen, die Blutgruppe des eigenen Hundes zu erfahren.

Risiko Blutspende für Tiere

Das Risiko wird als eher gering eingeschätzt. Es liegt ähnlich hoch wie bei einer Blutspende eines Menschen. Nicht selten kann es sein, dass einem Hund etwas flau wird, er etwas wacklig auf den Beinen ist. Daher gibt es nach der Spende Wasser und Futter. Größere Anstrengungen sollte man etwa 24 Stunden ermeiden.

Weiterführende Links zum Thema Blutbank, Blutspende und Blutgruppen beim Hund.