Im Februar 2009 wurde mein Dobermann-Schäferhund-Mischling sehr krank. Ein Tierarzt diagnostizierte erst einen geplatzten Lebertumor, sein Tierarzt nach dem Wochenende schließlich nach einer gründlichen aber dennoch eiligen Blutuntersuchung eine Blutanämie.

Zunächst wurde mein Hund recht konventionell behandelt. Zwar wurde das Thema Blutspende und Bluttransfusion kurz angeschnitten – nur woher Blut für einen so großen Hund mitten auf Gran Canaria bekommen. Damals gab es nur eine Blutbank auf spanischen Boden und diese befand sich in der spanischen Hauptstadt Madrid, also einige tausende Kilometer von uns auf der Insel entfernt.

Wir hatten zwar noch eine zweite Hündin. Diese war aber nicht nur schon etwas älter, sie war auch ziemlich schreckhaft. Und mochte Besuche beim Tierarzt ja so gar nicht gerne. Und Spritzen auch nicht.

Krank wurde mein Hund am Samstag. Sonntag ging es ihn richtig schlecht. Mit der Fehldiagnose an dem Tag. Ab Montag befand er sich dann bei seinem Tierarzt in Behandlung. Am Mittwoch ging es ihm etwas besser. Das Thema Blutspende Hund war vom Tisch. Donnerstag dachten wir, er wäre über dem Berg. Die Blutwerte waren sogar ein klein wenig besser geworden. Und am Freitag dann am Nachmittag der Rückfall. Nachdem es ihm vormittags sogar recht gut gegangen war.

Eilig mit ihm hin zum Tierarzt. Und Herrchen fuhr dann kurz danach aber ganz schnell wieder zurück zu uns (ca. 20 Minuten Fahrt) und holte doch noch unsere Hündin (ein Schäferhund-Mischling, also deutlich über 20 Kilogramm schwer).

Und wir griffen zur Notfallmaßnahme Blutspende und Bluttransfusion. Blutspende durch Zweithund.

Da ich bei meinem Hund blieb, weiß ich von der Blutspende nur aus der Erzählung. Die Hündin, die eigentlich sehr schreckhaft war (wir hatten sie erst mit vier Jahren bekommen, ihre Kindheit und Jugend war nicht die Beste), hat die Blutspende klaglos über sich ergehen lassen. Das ganze dauerte eine halbe Stunde und neben Herrchen stand auch noch die Tierarzthelferin bereit, um sie notfalls ruhig zu halten. Das war aber gar nicht nötig. Als wenn sie ahnen würde, worum es geht, war sie sehr ruhig (und das, obwohl sie bei dem bekannten Tierarzt war und sie Besuche dort so gar nicht schätzte).

Schließlich kam das Blut. Der Tierarzt hatte etwas Probleme den Zugang zu legen, aber dann floß es doch. Es ließ sich nicht so einfach eine Vene am Bein vorne finden. Aber mit ein wenig klopfen hier und da, war der Tierarzt dann doch erfolgreich.

Meinen Hund ging es etwas besser. Er wurde etwas aktiver, regte sich.

Aber leider reichte das nur aus, um sich anständig von ihm zu verabschieden. Denn die Anämie war schon zu weit fortgeschritten. Vielleicht (ein sehr großes Vielleicht) hätte eine zweite Blutspende etwas gebracht. Aber so verpuffte die Wirkung und die Kraft, die er aus dem frischen Blut seiner Freundin zog, in kurzer Zeit.

Wir verabschiedeten uns voneinander.

Und dann wurde ihm über den gleichen Zugang, über den eben noch das wichtige Blut floß, ihm das Mittel gegeben, mit dem er dann friedlich in meinen Armen einschlief.

Unsere Hündin selbst hatte den Eingriff bzw. die Blutspende gut überstanden. Natürlich bekam sie auch noch ganz viele Leckerlis, denn an ihr lag es ja nun wirklich nicht.

Eine Blutbank in Deutschland hätte beide Hunde abgelehnt als Blutspender. Die Hündin, weil sie zu alt gewesen war und auch mein Hund war mit 9,5 Jahren schon leicht an bzw. über der Grenze. Er hatte aber zusätzlich noch einige Jahre mit mir an der Costa Blanca verbracht, also rund ums Mittelmeer in Leishmaniose Gebiet (wobei er dagegen Geimpft worden war). Und er und unsere Hündin hatten natürlich auch mit uns auf Gran Canaria gelebt, wo ja der Herzwurm grassiert. Für eine Blutspende untereinander war das aber nicht wichtig.

Welche Blutgruppe die Hündin hatte, haben wir aber nicht erfahren. Sie hat das ganze sogar noch zwei oder drei Jahre überlebt.