Nicht nur wir Menschen haben unterschiedliche Blutgruppen. Diese Unterscheidung gibt es auch im Tierreich und damit auch bei Hunden und Katzen. Allerdings erfolgt die Klassifizierung der meisten tierischen Blutgruppen nach einem anderen System als bei uns Menschen oder auch bei Affen.

Was sind eigentlich Blutgruppen?

Blut ist nicht gleich Blut. Und so ist weder beim Mensch, noch bei der Katze oder beim Hund jedes Blut gleich. Unsere Unterscheidung in verschiedene Blutgruppen wird anhand unterschiedlicher Antigene auf der Oberfläche der roten Blutzellen festgemacht. Das System unterschiedlicher Blutgruppen beim Menschen entdeckte dabei der österreichische-US-amerikanische Pathologe und Serologe Karl Landsteiner im Jahr 1900.

Aber auch Hunde haben unterschiedliche Blutgruppen. Während wir Menschen mit drei Blutgruppen (A, B, 0 und natürlich der Kombination AB) auskommen, gibt es bei Hunden mindestens acht verschiedene Blutgruppen. Andere Quellen berichten sogar von mindestens 13 beschriebenen Hunde-Blutgruppen. Und wiederum andere Quellen gehen sogar von über 30 verschiedene mögliche Blutgruppen aus. Man unterscheidet dabei wohl in acht DEA-Typen, die als internationaler Standard anerkannt sind und eben weitere DEA-Typen.

Die Blutgruppen beim Hund werden dabei durch fünf verschiedene, voneinander unabhängige Loci (Genlocus) kontrolliert. Wobei von Rasse zu Rasse abhängig sein kann, welche Blutgruppen wie häufig vorkommen.

Während wir Menschen entweder A, B, 0 oder AB sind, können Hunde mehrere DEA-Typen aufweisen. So betreffen die DEA Typen DEA 4 und 6 die roten Blutkörperchen und betreffen damit 98 Prozent aller Hunde. Während gleichzeitig 42 Prozent aller Hunde auch noch DEA 1.1. positiv sind. Wobei es auch Hunde gibt, die eben nur Merkmale des Typs DEA 4 oder 6 aufweisen. Solche Hunde sind als Blutspender gefragt.

DEA- Dog Erythrocyte Antigen

Die Blutgruppen beim Hund werden mit DEA (Dog Erythrocyte Antigen) sowie einer nachfolgenden Nummer (z.B. DEA 1.1 oder DEA 1.2) bezeichnet. Die Blutgruppen Können dabei positiv oder negativ sein.

Am häufigsten kommen beim Hund die Blutgruppen DEA 1.1 und 1.2 vor. Ungefähr 40 Prozent (andere Quellen 33 bis 45 Prozent) der Hunde sind dabei DEA 1.1 Positiv. Damit sind diese Hunde Universalempfänger für Bluttransfusionen. Hunde mit dieser Blutgruppe können Hundeblut jeder Art erhalten, ohne dass eine lebensbedrohliche hämolytische Transfusionsreaktion zu erwarten wäre.

Wobei bei Blutbanken DEA 1.1 negativ besonders beliebt ist. Denn DEA 1 ist eine universale Blutgruppe, die eigentlich mit allen anderen Blutgruppen kompatibel ist.

Es gibt Hunderasse, zum Beispiel der Galgo, bei denen diese universelle Blutgruppe bevorzugt vorkommt. Der Galgo gilt daher bei Tierärzten als perfekter Spender für andere Hunde. Zumindest was seine Blutgruppe betrifft.

Blutgruppe – aber keine vererbten Antikörper

Hunde besitzen aber keine vererbten Antikörper. Dennoch können solche nach einer Bluttransfusion gebildet werden. Daher kann ein Hund auch einmal eine Blutspende von einem Hund erhalten, der eben nicht die richtige Blutgruppe hat. (Ersttransfusion). Wobei dies keine Garantie ist, die erste Transfusion gilt klinisch als unproblematisch. Bei darauf folgenden Transfusionen muss dann aber unbedingt auf die Kompatibilität der Blutgruppen geachtet werden. Ansonsten drohen auch hier lebensgefährliche Transfusionsreaktionen.

Früheres Blutgruppensystem bei Hunden

Früher wurden beim Hund sechs Blutgruppen unterschieden und diese wurden mit Blutgruppen bezeichnet. So kannte das alte System die Blutgruppen A1, A2, B, C, D und Tr. Inzwischen wurde as System aber aktualisiert und den Blutgruppen wurden entsprechende DEA-Nummer zugeordnet. DEA steht als Abkürzung für Dog Erythrocyte Antigene. Dabei entspricht jede dieser DEA-Serie einem Locus.

Neben dem DEA System gibt es noch das Dal System.

Wie viel Blut hat ein Hund eigentlich?

Das ist natürlich von der Größe abhängig wie viel Blut ein Hund hat. Man kann aber sagen im Durchschnitt sind es etwa 90 ml Blut pro Kilogramm Körpergewicht.

Blutgruppenbestimmung bei der Zucht

Auch bei der Hundezucht kann die Blutgruppe eine wichtige Rolle spielen, denn die Alloantikörper von DEA 1.1. positiven Blut sind in der Hundemilch (Kolostrum) enthalten und können dann die Gesundheit von DEA 1.1 negativen Welpen beeinflussen. In einem solchen Fall kann es passieren, dass der Welpe in Folge der Zerstörung seiner roten Blutkörperchen stirbt (neonatale Isoerythrolyse).

Blutgruppen bei Katzen

Während bei Hunden sehr viele verschiedene Blutgruppen existieren, sind bei Katzen deutlich weniger bekannt und zwar die Blutgruppen A, B und AB. Wobei die Blutgruppe A mit 96 Prozent am häufigsten vorkommt. AB hingegen ist sehr selten.

Übrigens: Der englische Arzt Richard Lower führte im Jahr 1666 die erste erfolgreiche Bluttransfusion bei Hunden durch.

Siehe auch Blutspende Hund Fragen und Antworten. Erfahrungsbericht Blutspende und Bluttransfusion.