Das Thema »Hund im Bett« ist immer für den einen oder anderen Streit gut. Für die einen ist ein Vierbeiner im eigenen Bett ein absolutes No-Go, andere können gar nicht anders mehr und müssen mit ihrem tierischen Freund schlafen. Manche lassen den Hund zumindest ins Schlafzimmer, für andere ist das auch zu viel Nähe zum Hund. Argmunte für oder gegen den Vierbeiner im Bett gibt es einige. Hundehaare, Ungeziefer, … Allergien, … und sogar die Schlafeffizienz werden hier genannt.

Sprichwort:
Der Hund im Bett zerknittert und verschmutzt das Laken, aber er glättet und reinigt die Seele.

Hund im Bett
Hund im Bett – eine Entscheidung fürs Hundeleben?

Hunde im Bett Statistiken und Studien

Angeblich lassen 25 Prozent der Hundehalter in Deutschland ihren Hund ins Bett. Ich kenne aber auch Umfragen, die zu dem Ergebnis kamen, dass jeder dritte Hund in Deutschland im Bett schlafen darf. Die Herrschaft in Frauchens oder Herrchens Bett gehört da eher den Katzen, den zwei Drittel der Samtpfoten dürfen regelmäßig im Bett ihrer Zweibeiner übernachten.

Studie und Forschungsprojekt zur Frage Hund schläft im Bett

Und natürlich ist das Thema Hund schläft im Bett auch schon Thema einiger Studien und Forschungsprojekte gewesen. Zuletzt nahm das Center for Sleep Medicine at the Mayo Clinic in Scottsdale, Arizona, USA sich des Themas an. Die Mayo-Schlafklinik befragte 150 ihrer Patienten, von diesen waren 74 Haustierhalter (hatten also Hund oder Katze). Befragt wurdne sie bezüglich ihres Schlafverhaltens.

Die meisten Hundehalter profitieren vom Hund im Bett – sagen sie

Dabei kam raus: 56 Prozent erlaubten ihrem Hund (oder ihrem Haustier) mit im Bett zu schlafen (deutlich mehr als die 25 bzw. 33  Prozent in Deutschland). 31 Prozent, darunter besonders viele allein lebende Menschen, gaben an, dass es sie entspanne und ihnen auch Sicherheit vermittele, wenn ihr Hund nachts bei ihnen sei. Allerdings gaben auch 20 Prozent an, dass sie sich vom Kratzen, Schnarchen und Zappeln des Vierbeiners gestört fühlten. Damit gaben aber immer noch mehr Personen an, von der Anwesenheit im Bett zu profitieren. Wobei dies natürlich eine subjektive Einschätzung ist. Dem standen wieder 41 Prozent der Befragten gegenüber die Angaben, das Haustier im Bett für förderlich für den eigenen Schlaf zu halten.

Ein Haustier im Bett, so die fast einstimmige Meinung, vermittele ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

Mit dem Hund kuscheln macht glücklich

Übrigens Kuscheln schüttet Endorphine aus. Und die machen nicht nur glücklich, sie stärken auch das Immunsystem. Das daraus resultierende Wohlgefühl sorgt auch für einen guten Schlaf.

Entscheidung für oder gegen Hund im Bett einmal treffen

Ob der Hund mit ins Bett darf oder nicht, sollte man am besten vor bzw. mit Einzug des Vierbeiners entscheiden. Gerade bei Welpen neigen wir ja dazu, diese noch gerne ins Bett zu nehmen, später sieht das dann ganz anders aus. Damit tut man seinen Hund aber keinen Gefallen, warum soll der Vierbeiner nun verstehen, warum er nun nicht mehr ins Bett darf? Daher sollte man die Entscheidung zuvor treffen und konsequent durchziehen. Ist der Hund nämlich erst einmal dran gewöhnt, in der Nacht im Bett von Herrchen oder Frauchen zu schlafen, dann kann die Entwöhnung eine anstrengende Angelegenheit werden, vor allem für den Hund. Und da es durchaus Argumente gegen den Hund gibt, und einem vielleicht im Laufe der Zeit sogar die Nachteile immer gegenwärtiger werden, kann es durchaus vorkommen,d ass man die einmal getroffene Entscheidung überdenkt oder der Hund zur Streitfrage wird, weil man sich nicht mehr einig ist.

Hund das schlafen im Bett wieder abgewöhnen

Dem Hund das Schlafen im Bett wieder abzugewöhnen ist eine Angelegenheit, die von Durchhaltevermögen und Konsequenz begleitet werden muss. Ein Hund kann durchaus lautstark Winseln, wenn er aus dem Bett verbannt wird. Gründe für ein solches Unterfangen kann es viele geben, zum Beispiel wenn ein neuer Partner ins Haus kommt oder wir uns vom unruhigen Schlaf des Hundes dauerhaft gestört fühlen. Es hilft ungemein, wenn man dem Hund dann auch einen geeigneten Schlafplatz zur Verfügung stellt. Es kann sogar helfen, wenn dieser ebenfalls ein wenig erhöht ist, so wie eben unser Bett. Denn Hunde mögen es, einen guten Ausblick auf ihre Umgebung zu haben.

Natürlich kann man den meisten Hunden das Schlafen im Bett auch wieder abgewöhnen. Allerdings sollte man dies ihnen wirklich nur zumuten, wenn es gar nicht anders geht. Denn für den Hund ist dieser Stimmungswechsel im Schlafzimmer natürlich eine Katastrophe.

Siehe auch Hund im Bett schlafen wieder abgewöhnen.

Hund im Bett ja, aber ….

Wer seinen Hund im Bett schlafen lassen möchte, sollte dafür Sorge tragen, dass das Tier regelmäßig vierteljährlich entwurmt wird. Neben der Entwurmung ist auch wichtig, dass der Hund frei von Ektoparasiten wie Zecken oder Flöhen ist. Denn gerade Zecken sind nicht nur unangenehm, sie können eben auch Krankheiten wie die Borreliose übertragen. Gegen diese kann man den Hund impfen, für Menschen gibt es aber keinen Borreliose-Impfschutz. Und wer schon mal Flöhe hatte, weil der Vierbeiner welche hatte und man sich diese eben im Bett geholt hat, weil man den Schlafplatz teilt, weiß, dass die Idee der wirtstreuen Flöhe eine gute ist, nur leider die meisten Flöhe davon noch nichts gehört haben.

Hund schläft im Bett. Bordeaux Dogge.
Hund schläft im Bett. Bordeaux Dogge.

Regelmäßig impfen und entwurmen

Ein Hund ist aber heute eben auch teil der Familie und als solches in der Regel geimpft und entwurmt, sowie gegen äußere Parasiten wie Flöhe und Zecken behandelt. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Keimen oder Ektoparasiten von Hunden auf Menschen ist damit nicht größter als durch den Menschen selbst.

Übrigens können nicht nur Parasiten, sondern auch bakterielle Erkrankungen zwischen Tier und Mensch übertragen werden.

Zudem haaren die meisten Hunde eben auch und ein Hund, der draußen war, bringt auch entsprechenden anderen Dreck mit nach Hause (schon mal geschaut, wie Rüden pinkeln, gerade wenn es windig ist?). Daher sollte man mit einem Hund im Bett auch die Bettwäsche etwas öfters wechseln.

Gut wäre es, wenn man den Hund täglich abbürsten kann, auch sollte er dabei von groben Schmutz befreit werden.

Zudem kann man noch eine extra Decke mit ins Bett legen und den Hund dran gewöhnen, auf dieser Platz zu nehmen und zu schlafen (funktioniert natürlich auch mit einer Katze). Wenn die Decke dann etwas Abstand zum Gesicht von Kopfkissen und Gesicht des Menschen hat, ist auch schon viel gewonnen.

Die meisten Hunde schlafen gerne bei ihrem Menschen

Hunde profitieren meist auch vom menschennahen Nachtlager. Schließlich wollen die meisten Hunde nahe bei ihren Menschen sein. Ein Hund sollte aber immer auch eine Alternative zum Schlafen im Bett erhalten, schließlich kann nicht nur ein Hund den Menschen beim Schlafen stören, es geht auch umgekehrt. Und für diesen Fall sollte ein Hund immer auch ein eigenes Nachtlager haben, in das er sich zurückziehen kann.

Es kan aber auch Probleme geben

Hund im Bett kann auch Probleme in der Rangordnung bringen

Die Hygiene und die Gefahren sich mit Krankheiten anzustecken ist die eine Sache, aber ein Hund im Bett kann auch zu Problemen in der Rangordnung führen. Der gemeinsame Schlafplatz kann eben auch erheblichen Einfluss auf die Beziehung zwischen Mensch und Tier haben. Während es bei Katzen die Beziehung zu ihrem Menschen stärkt, wenn das Fellbündel mit ins Bett darf, kann das beim Hund schon wieder anders aussehen und zu Verhaltensproblemen führen. Es gibt Hunde, bei denen der gemeinsame Schlafplatz in der Nacht zu Rangproblemen führen kann. Es soll auch schon Hunde gegeben haben, die dann Herrchen oder Frauchen nicht mehr ins Bett gelassen haben. Bei Hütehunden kann es hingegen passieren, dass der Beschützerinstinkt zu groß wird. Dann hat man zwar kein Problem mit der Rangordnung, aber womöglich ein Problem mit Kontakten zu anderen Menschen.

Ein Rangordnungsproblem entsteht immer dann, wenn es bereits andere »kleine« Probleme in der Hierarchie gibt. Denn in einem Rudel, würde der Rudelführer niemals ein rangniedrigeres Rudelmitglied auffordern den eigenen Schlafplatz zu belegen. Bei Hunden, die zu Dominanz neigen, sollte man sich das mit dem geteilten Schlafplatz daher zweimal überlegen. Das man in einem erhöhten Schlafplatz zuweist könnten sie als Aufwertung ihrer Position im Rudel werten.

Ein Dominanzproblem entsteht aber eben meist nicht durch das Schlafen des Hundes im Bett, allerdings kann sich hierbei das Problem sehr deutlich zeigen.

Kinder und Hund im Bett

Wer Kinder hat, sollte nicht erlauben, dass der Hund oder die Katze im Bett übernachten. Gerade bei Kleinkindern muss das Verbot aus Sicherheitsgründen konsequent durchgezogen werden, denn die Verletzungsgefahr für den eigenen Nachwuchs ist einfach zu groß. Kleinkinder sollte man so oder so nicht mit Hund oder Katze alleine lassen. Das betrifft eben auch die Zeit in der Nacht.

Spot On und Bett

Wer seinen Hund mit einem Spot On Präparat gegen Zecken und Flöhe schützt, sollte danach 24 Stunden einen all zu engen Kontakt mit seinem Hund vermeiden, dass heißt, er sollte auch nicht ins Bett. Bei den meisten Floh- und Zeckenhalsbändern sollte es hingegen keine Probleme geben. Wer das nicht einhalten kann, sollte zumindest nach der ersten Nacht unbedingt die Bettwäsche wechseln um die Konzentration dieses Gifts gleich wieder zu reduzieren.

Die Empfehlung 24 Stunden keinen Hautkontakt zu haben, bzw. zumindest die Hautstellen zu meiden, an denen das Spot-On-Präparat aufgetropft wurde, sollte man wenn möglich einhalten. Kommt man trotzdem mit den Stellen in Kontakt, ist das kein Grund zur Panik. Merkt man es, sollte man sich halt unbedingt gründlich die Hände waschen. Schließlich werden Zecken und Flöhe mit nicht gerade harmlosen Mitteln von unseren Vierbeinern fern gehalten.

Es gibt allerdings auch noch alte Flohhalsbänder, auf denen ein Pulver zu finden ist, das sich abreiben soll. Das riecht nicht nur unangenehm, Tiere, die ein solches Halsband tragen, sollten besser wirklich nicht ins Bett kommen.

Artgerechte Beschäftigung wäre wichtiger als Platz im Bett

Klar liegen Hunde auch gerne weich und auch eine erhöhte Schlafposition ist ihnen angenehm. Für ihr Wohlergehen ist aber artgerechte Beschäftigung wichtiger als ein Platz im Bett. Zeit mit dem eigenen Hund zu verbringen, Beschäftigungen zu suchen, die die Bindung stärken, ist für die Vierbeiner viel wichtiger und gesünder als im gemachten Bett zu liegen.

Lebende Wärmflasche

Es gibt mehrere Hunderassen, denen nachgesagt wird, dass sie als lebende Wärmflasche von adligen Damen gehalten wurden. So der Tibet Spaniel, der seinen Dienst als Schoßhund in Tibet tat. Mit seinem pflegeleichten kurzen Haaren und üppiger Mähne war er als lebende Wärmflasche wohl auch gut geeignet. Dazu ist der Tibet Spaniel auch ein Kleinhund. Das mit der lebenden Wärmflasche sagt man auch vom Azteken-Hund, dem Xoloitzcuintle (kurz Xolo, Mexikanischer Nackthund). Allerdings schätzten die Azteken den Xoloitzcuintle nicht nur als lebende Wärmflasche, sondern auch als Delikatesse und als Opfergabe für ihre Götter.

Unsere Erfahrungen mit Hund im Bett

Mein erster Hund durfte nicht ins Bett. Bis zu einem wirklich bitter kalten Winter, in dem die Heizung ihren Dienst nur spärlich versah. Mir war kalt, dem Hund war kalt und irgendwann durfte er dann doch ins Bett.

Unser Labrador später durfte auch ins Bett, allerdings wollte er irgendwann nicht mehr so richtig. Was mir ganz recht war, seinem Herrchen nicht. Aber auf dessen Seite hat der Labrador auch nicht geschlafen und so ein 40 Kilogramm Hund nimmt doch viel Platz weg. Meiner Erfahrung nach fördert es auch nicht den eigenen Schlaf, wenn der Hund zum Beispiel kurz vor dem Schlafen gehen noch mal Baden war und entsprechend riecht. Dass er dann aber nicht ins Bett darf, war ihm nicht ganz zu vermitteln. Meistens wartete er dann, bis er dachte, wir seien eingeschlafen, um dann doch hochzuspringen.

Heute habe ich einen kleineren Hund als den Labrador. Meine Hündin darf auch ins Bett. Mit ihren 15 Kilogramm passt sie auch prima in die Kniekehle oder eben an den Bauch. Sie wechselt aber auch gerne mal auf ihren Schlafplatz auf den Boden. Kurz bevor der Wecker schellt kommt sie aber ins Bett und der Tag beginnt mit der Ausschüttung von vielen Endorphinen, da nun erst noch mal fünf Minuten gekuschelt und geschmust wird.

Was am Ende bleibt – Fazit Hund schläft im Bett

Am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob er seinen Hund im Bett schlafen lässt oder nicht. Das gilt auch für die Frage, darf der Hund mit auf die Couch oder nicht. Bevor man sich für den Hund im Bett entscheidet, sollte aber klar sein, dass dies fast ausnahmslos gilt, denn der Hund weiß ja nicht, dass seine Beliebtheit sinkt, nur weil er am Abend noch ein Schlammloch gefunden hat oder was Ekliges gegessen. Es ihm später wieder abzugewöhnen, weil er nicht mehr gut riecht, mit zunehmenden Alter nicht mehr so gut durchschläft oder uns plötzlich doch die vielen Haare stören, kann sehr anstrengend werden.